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21. März 2017

"Ihr seid das Salz der Erde!"

Visitation ergibt Zielformulierungen für die evangelischen Kirchengemeinden des oberen Elztals.

  1. Die Visitationskommission mit Dekan Rüdiger Schulze (4. von rechts) sowie den Kirchengemeinderäten aus Elzach und Oberprechtal und Pfarrerin Barbara Müller-Gärtner (2.von rechts). Foto: Roland Gutjahr

ELZACH. In einem Festgottesdienst in der Oberprechtäler Christuskirche wurden von Dekan Rüdiger Schulze die erarbeiteten Zielformulierungen für die künftige Arbeit der evangelischen Kirchengemeinden Elzach und Oberprechtal bekanntgegeben. Mit dem Spruch "Ihr seid das Salz der Erde" aus dem Matthäus-Evangelium hatte Pfarrerin Barbara Müller-Gärtner ihre Predigt überschrieben und auch Dekan Schulze übernahm ihn in seinen Visitations-Bericht.

Dekan Schulze hatte zuvor das Gebiet beider Kirchengemeinden mit einer dreiköpfigen Visitationskommission besucht, um sich über soziale Zusammenhänge innerhalb der Gemeinde zu informieren, wozu auch die gelebte Ökumene gehört. Ein Besuch eines intakten Hofes, dreier Betriebe in Elzach, wie auch das Treffen mit drei Bürgermeistern und dem Oberprechtäler Ortsvorsteher schien dem Dekan gerade im Hinblick auf Verhältnis Kirche und Kommune doch recht wichtig und auch interessant. Beim Besuch der im oberen Elztal untergebrachten Flüchtlinge wurde auch deren Situation hinterfragt.

Dass das Salz des Evangeliums auch allezeit das Leben der beiden Kirchengemeinden Elzach und Oberprechtal weiterhin bereichern möge, dafür haben sich beide Kirchengemeinderäte in gemeinsamer Sitzung Anfang März zu Zielformulierungen entschlossen, verkündete Dekan Rüdiger Schulze. "Vertiefte Kooperation" nannte Schulze den Versuch, eine Fusion der Kirchengemeinden Elzach und Oberprechtal ins Auge zu fassen. Darüber will man bei einer Zwischenvisitation im ersten Halbjahr 2019 eine Klärung finden. Eine bessere Zusammenarbeit will man außerdem bereits im gesamten Elztal ab dem Jahr 2018 mit den Leitungsgremien der Kirchengemeinden Waldkirch und Kollnau erarbeiten. Die zunehmend recht dürftig angenommenen Angebote der klassischen Gemeindearbeit – hier fehlen vor allem die 30- bis 55-Jährigen – will man durch Projekte ersetzen. Bis Anfang 2018 soll mit drei Pilotfilmen geprüft werden, ob das Projekt "Kino in der Kirche" angenommen wird.

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Die örtliche Flüchtlingshilfe soll in Kooperation mit anderen Initiativen und behördlichen Trägern vertieft werden, so der Wunsch der gesamten Visitations-Kommission. Bekannt ist, dass Mitarbeiter bei Hausaufgabenhilfen, Sprachkursen, Begleitung zu Behörden und Ärzten ständig gefragt sind.

Wenn man den demografischen Wandel, gerade in Verbindung mit der ländlichen Wohnsituation, genauer betrachte, komme man nicht umhin, mit der römisch-katholischen Schwestergemeinde das Gespräch und die eventuelle Zusammenarbeit zu suchen, mit dem Ergebnis eine sorgende Gemeinschaft aufzubauen, meinte Dekan Schulze.

Zum Schluss sprach Schulze die Mög-lichkeit zum Gewinnen neuer ehrenamtlicher Mitarbeiter an. Mit Dank an die Pfarreien, die Kirchengemeinderäte, kurzum an alle, die mit der evangelischen Kirchengemeinde irgendwo und irgendwie verbunden sind, endete Dekan Rüdiger Schulze seinen Visitations-Bericht. Pfarrerin Barbara Müller-Gärtner schloss dazu passend ihre Predigt im Bezug auf das Salz: "Lassen wir es uns ausstreuen!"

Umrahmt wurde der Gottesdienst durch den Organisten Johannes Itzek und den Posaunenchor, der in diesem Jahr noch sein 50-jähriges Bestehen feiert (eine Feier ist am 15. Oktober). Michaela Fischer sprach ein Gedicht und fand in der Geschichte ihrer Familie sehr viel Salz – passend zum Predigtmotto.

Autor: Roland Gutjahr