Leserbriefe

Heiko Grunwald, Elzach

Von Heiko Grunwald & Elzach

Do, 16. Februar 2017

Elzach

BREISGAU-S-BAHN
Entlastung ist nur auf der Schiene möglich
Zur Berichterstattung und Leserbriefen zum Thema Elztalbahn.
Die Breisgau S- Bahn ist zur Zeit wieder in aller Munde. Mein Anliegen ist es, dass der Halbstunden-Takt nach Elzach durchgängig sein muss. Diese Verbesserung ist für mich unerlässlich. Steuerüberschüsse sollten dies ermöglichen. Das Verkehrsaufkommen wird mit der Umfahrung Winden weiter steigen. Was passiert jedoch bei Unfällen oder Tunnelsanierung (siehe Waldkirch)? Eine Entlastung ist nur auf der Schiene möglich. Deshalb muss der Halbstundentakt nach Elzach durchgängig werden. Für die Menschen im oberen Elztal und den Seitentälern sollte dies möglich gemacht werden. Denn nur der durchgängige Halbstunden-Takt bringt für Pendler, Schüler, Arbeitgeber, Gewerbe, die Gemeinden und viele andere einen großen Mehrwert.
Heiko Grunwald, Elzach (Pendler mit der Bahn)Irritierende Ignoranz auf Seiten der Politik
Bei der Informationsveranstaltung am 6. Februar im Haus des Gastes in Elzach sollten die Besucher unter anderem über die gesundheitlichen Risiken für den Menschen, ausgehend vom Bahnstrom und dessen magnetischen Wechselfeldern, informiert werden. Dieses sehr sensible Thema objektiv zu beleuchten, ist dem Veranstalter jedoch gehörig misslungen. Dr. Armin Dietz, Leiter des Gesundheitsamts Emmendingen, teilte zu Beginn seiner Rede mit, dass sich dieser wenige Wochen vor der Veranstaltung in die Thematik eingearbeitet hatte. Eine "Einarbeitung" weniger Wochen in die EMV ist, betrachtet unter einer seriösen und neutralen wie auch objektiven Meinungsfindung, schlicht unmöglich! Stets und immer wieder wurde verkündet, dass die Grenzwerte der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung (26. BImSchV) für Bahnstrom in Höhe von 300 000 nT (300µT) immer eingehalten und sogar um ein Vielfaches unterschritten werden, nämlich lediglich 0,5µT betragen würden. Eine Information an alle Anwesenden, wie die deutschen Grenzwerte entstanden sind, blieb Herr Dr. Armin Dietz schuldig. In der Festlegung des Grenzwertes nicht berücksichtigt sind Langzeiteinwirkungen (über mehrere Jahre hinweg) auf Kinder, Kindergärten, Schulen, schwangere Frauen, alte und kranke Menschen. Weiterhin fehlt eine Bewertung verschiedener magnetischer Wechselfelder, welche als Kombination auftreten können. Leider wurde auch nicht erwähnt, dass es in der Schweiz einen sogenannten "Anlagengrenzwert" in Höhe von 1000 nT (1µT) (gemessen als Mittelwert während 24 Stunden) gibt. Mit diesem soll eine vorsorgliche Emissionsbegrenzung im Bereich von Schulen, Krankenhäusern, Büros, Wohnungen und überall dort, wo sich Menschen dauerhaft aufhalten, erfolgen.

Die Thematik letztendlich ganz ins Lächerliche gezogen wurde durch den Vergleich der wesentlich höher entstehenden magnetischen Wechselfelder beim Gebrauch einer elektrischen Zahnbürste in Höhe von 95µT. Leider ist die elektrische Zahnbürste maximal, verteilt über den Tag hinweg, höchstens rund 10 bis 15 Minuten in Nutzung. Auch kann ich mich entschließen, mir eine herkömmliche Zahnbürste zu kaufen. Dem Bahnstrom wird der Anwohner jedoch 24 Stunden am Tag ohne Möglichkeit einer Abstellung oder Entziehungsmöglichkeit ausgesetzt. Und dies über Jahrzehnte hinweg! Durchgeführte Messungen in Staufen und Bad Krozingen, welche an der bereits umgesetzten elektrifizierten Bahnstrecke durchgeführt wurden, ergeben über 24 Stunden hinweg 650 bis 900nT (0,65 – 0,90µT) als 95. Perzentil gemessen. Der Mittelwert liegt hier zwischen 200 bis 350 nT (0,2-0,35µT). Bei diesen Messwerten befinden wir uns bereits teilweise im Bereich der von der WHO als möglicherweise krebserregend eingestuften Grenzwerte von 300 bis 400nT (0,3 – 0,4 µT). Es ist äußerst irritierend und befremdend, mit welcher Ignoranz und Arroganz die Bahn, Kommunalpolitiker und Bürgervertreter der Gemeinden den konstruktiv auftretenden Kritikern entgegentreten. Arnaud Muhlke, Winden