Datenbank in der Post

Armin E.. Möller

Von Armin E.. Möller

Fr, 04. November 2016

Emmendingen

EMMENDINGEN VOR 50 JAHREN: Zeit der Papierformulare.

EMMENDINGEN (möl). Telefonbücher gab es vor 50 Jahren nur gegen einen Gutschein, so wie ihn die etwa 1500 Emmendinger "Telefonteilnehmer" vor 50 Jahren einmal pro Jahr geschickt bekamen. Das neue Buch musste im Postamt abgeholt werden, dabei musste das abgelaufene Buch abgegeben wurde. Eine Art Tausch alt gegen neu also, Altpapier war wertvoll. Neu war 1966 eine stählerne Telefonbuchbank, so wie sie nun in der Schalterhalle der Emmendinger Post aufgestellt wurde. Die Behörde – damals gehörte der Postdienst zu den staatlichen Aufgaben und wurde von Oberpostdirektionen und einem Bundespostminister in Bonn organisiert und überwacht - hatte sich für ein diebstahlsicheres Modell entschieden, in das die Telefonbücher per Spezialschloss eingeschraubt wurden. Im Emmendinger Amt konnte man die Adressen aller Telefonbesitzer der Bundesrepublik – von der See bis in die Alpen - nachschlagen, entsprechen lang war das Telefonbuchgestell. Wer ein Telefon hatte, stand im Buch, das war so vorgeschrieben. Eine Weigerung war 1966 postamtlich nicht vorgesehen. Das störte nicht. Vom Datenschutz hatte man damals noch nichts gehört. Es gab sogar ein Buch mit allen Adressen und Kontonummern der Kunden des Postscheckamtes – die heutige Postbank. Das Konten-Buch sah aus wie ein Telefonbuch und wurde gegen Gebühr zugeschickt, man konnte es aber auch im Postamt einsehen. Das war ungefährlich, denn Computer für zu Hause war ebenso unvorstellbar wie Electronic Banking und folglich konnte es auch keine bösen Hacker geben, die digital fremde Konten öffneten. Es war die Zeit der Papierformulare: Wer Geld überweisen oder abheben wollte, musste sich Zahl- oder andere Scheine besorgen.