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10. Januar 2012
Die Welt klassischer Saxophonvariationen, wunderbar vorgetragen
Abwechslungsreiches Abschlusskonzert der Raschér-Akademie in der Esther-Weber-Schule in Wasser vor 250 Zuhörern / Großer Beifall für alle Mitwirkenden.
EMMENDINGEN-WASSER. Die Programmzusammenstellung lässt keine Zweifel aufkommen. Die vier Mitglieder des Raschèr-Quartetts, die von der Musikwelt als "die ungekrönten Könige des Saxophons in der klassischen Musik" gewürdigt werden, sind trotz ihres Weltruhms auf dem Boden geblieben. Das Abschlusskonzert der vierten Raschèr-Saxophon-Akademie steht am Sonntag überwiegend im Zeichen der Teilnehmer, denn das Dozentenquartett hält sich bescheiden zurück und – wie es sich für "Könige" gehört – krönt das Benefizkonzert zu Gunsten des Fördervereins der Esther-Weber-Schule dann mit "Zauberträumen", einem Wiegenlied und dem Contrapunctus 4 aus der "Kunst der Fuge" von Bach.
Davor können die Teilnehmer der vom Oberbadischen Blasmusikverband bestens organisierten Akademie für Saxophonisten präsentieren, was sie in regelmäßigen Proben im Emmendinger Musiclab seit dem Frühjahr 2011 gelernt und einstudiert haben. Die Teilnehmer sind zumeist gestandene Saxophonisten oder Saxophonlehrer, die dazulernen wollen. "Die Teilnehmer kommen längst nicht nur aus dem Verbandsgebiet", betont Organisator Dietmar Bierer. Die Dozenten loben ihn für die professionelle Weise, wie er die Akademie managt.
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Die Konzerte begeistern von Jahr mehr Besucher. Diesmal sind rund 250 Zuhörer gekommen. Ganz den Akademieteilnehmern gehört der erste Part. Gefunden haben sich kleine Ensembles, die sehr unterschiedliche Werke aufführen. Sehr verspielt mit einem breiten Klangbild entfaltet das erste Quartett die "Gajeté villageoise" der Komponisten Jeanjean und lässt die Fröhlichkeit der entsprechenden Tarot-Karte spürbar werden. Das "Concerto for four Saxophones" von Philip Glass glänzt andererseits mit seinem minimalistischen, fast schon meditativen Charakter. Sehr feinsinnig lassen die vier Aufführenden die Themen auf einem klaren Bassfundament ineinander kreisen.
Lebendig erklingt der erste Satz der "Premier Quator" von Jean-Baptiste Singelée, einem Freund von Adolphe Sax. Dabei überrascht die erst zwölfjährige Teilnehmerin das fachkundige Publikum mit einem schon sehr ausgeprägten Klangbild. Die Bandbreite an Stilen wird mit der anschließenden Choralbearbeitung von Heinrich Schütz und dem "Vivo" des neo-klassizistischen Komponisten Erland von Koch nochmals deutlich erweitert.
Zur wahren Demonstration der Vielfalt des Saxophons werden die abschließenden Stücke des großen Akademieorchesters. Nochmals als Minimal Music erweist sich die Komposition "In C" von Terry Riley – Facettestücke, die sich bedächtig entwickeln, verwickelt und wieder auseinander klingen. Meditativ, dem Anlass der Komposition von Mark Alan Taggert entsprechend, das zweite Werk, bevor die symphonische Dimension des Saxophonorchesters mit Themen aus der Peer-Gynt-Suite zur vollen Blüte kommt.
Deutlich über 1100 Euro werden gespendet und durch die Bewirtung eingenommen. Darüber freut sich der rührige Förderverein der Esther-Weber-Schule in Wasser.
Autor: Markus Zimmermann
