Ein außergewöhnliches Jazzereignis

Dagmar Barber

Von Dagmar Barber

Sa, 21. Januar 2017

Emmendingen

Abschlusskonzert der Jazz-Workshops am Gymnasium begeisterte Mitwirkende und Zuhörer.

EMMENDINGEN. Joachim Müller war angenehm überrascht: So viele Schüler hatte der Musiklehrer nicht erwartet, als es um die Anmeldung zu den Workshops ging. Die Bühne der Aula im Goethe Gymnasium fasste sie beim Abschlusskonzert kaum. So saßen die jungen Musiker dicht gedrängt und führten am Abend beim großen Bigband-Konzert vor, was sie am gleichen Tag in denWorkshops mit den acht Dozenten des Jazz & More Collective gelernt haben. Dozent Veit Hübner war voll des Lobes: "Wir hatten super Voraussetzungen, weil die Musiklehrer am GGE gute Arbeit leisten".

Das Interesse an den acht Künstlerpersönlichkeiten (BZ vom 18. Januar), die teilweise an Musikhochschulen unterrichten, war groß. Marcel Hiller, der 17-jährige Altsaxophonist der Goethes Groove Connection, äußert sich begeistert: "Wir haben heute morgen um 11 Uhr angefangen. Ich habe gute Tipps bekommen zur Dynamik und Artikulation der einzelnen Noten. Wir haben ausprobiert, wie lange zum Beispiel der Ton gespielt wird. Zieht man den länger aus oder eher breit, Stakkato... dann Solos probiert. Und wir haben natürlich alle Stücke, die am Abend gespielt werden, geprobt." Er ergänzt: "Natürlich kann das Joachim Müller auch. Aber es hat schon eine spezielle Wirkung, wenn man von Hochschulprofessoren und Landesjazzpreisträgern Tipps und Feedback bekommt."

Elena Braun singt an diesem Abend die schöne Ballade "Here’s to Life" mit der Groove Connection. Bei Fola Dada, Dozentin für Jazz- und Popgesang, hat sie am Nachmittag gute Tipps bekommen. Joachim Müller gerät ins Plaudern bei der Ankündigung dieser Gesangsentdeckung: "Wir haben uns alle nur angeschaut, als sie uns in einer früheren Musikstunde vorsang. Damals begann sozusagen ihre schulische Gesangskarriere. Heute hat sie mit Fola Dada ein tolles Vorbild erlebt und konnte mit ihr an der Ballade arbeiten und sich weiter verbessern. Eine Premiere war die Vereinigung beider GGE-Bigbands mit dem Titel "Move to the Bigband", wobei Johanna Armbruster und Jan Sorokowski im Hiphop-Groove als Rapper beeindruckten.

Als Veit Hübner den Taktstock übernimmt, lässt er alle Bigbandmusiker ein Solo vortragen. Immer wieder gibt es spontanen Zwischenapplaus. "Es ist schon ein außergewöhnliches Jazzereignis in dieser Schule, erstaunlich, wer alles den Weg zu uns gefunden hat," sagte Schulleiter Christoph Grießhaber.

Im zweiten Teil des Konzertes zeigten die Dozenten, was wahre Könner sind. Mit stilistisch abwechslungsreichen Eigenkompositionen rissen sie das Publikum von den Stühlen. Jeder beeindruckte mit einem Solo: Folk Dada (Gesang), Markus Harm (Saxophon), Martin Schrack (Piano), Johannes Herrlich (Posaune), Torsten Krill (Schlagzeug), Joo Kraus (Trompete), Gören Klinghagen (Gitarre) und Veit Hübner am Bass. "Als Schüler war ich glücklich, wenn ich mal ein Konzert besuchen durfte. Von den Möglichkeiten, die Jugendliche heute haben, hätte ich nicht mal geträumt", sagte Joachim Müller schmunzelnd.