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10. April 2017

Kleinkunstpreis

Emmendinger Nadel geht an die Compagnie Pas de Deux aus dem Tessin

Bei der Abendgala des 16. Emmendinger Kleinkunstpreises im Schlosskeller ging der diesjährige Publikumspreis an den Artisten und Jongleur Kevin Knoche. Die Compagnie Pas de Deux gewann die Emmendinger Nadel, die von OB-Stellvertreterin und Jurymitglied Ute Haarer-Jenne verliehen wurde.

  1. Kunst und Akrobatik mit Compagnie Pas de Deux Foto: Georg Voß

  2. Publikumsliebling Kevin Knoche aus Stuttgart Foto: Georg Voß

EMMENDINGEN. Bei der Abendgala des 16. Emmendinger Kleinkunstpreises im Schlosskeller ging der diesjährige Publikumspreis an den Artisten und Jongleur Kevin Knoche. Die Compagnie Pas de Deux gewann die Emmendinger Nadel, die von OB-Stellvertreterin und Jurymitglied Ute Haarer-Jenne verliehen wurde.

Der Publikumsliebling Kevin Knoche kommt aus Stuttgart und trat mit einer feurigen Diaboloshow auf. Er jonglierte mit bis zu drei leuchtenden Diabolo auf der verdunkelten Bühne. Dia Diabolo wechselten dabei oft ihre Farbe und Leuchtkraft. Auf der entsprechend verdunkelten Bühne beschrieb Kevin Knoche mit den Diabolo Kreise und Bögen in die Dunkelheit. Für diesen fehlerfreien und optisch ansehnlichen Auftritt bekam er viel Applaus vom Publikum. Kevin Knoche ist einer von sieben Künstlern, die bei der Abendgala auftraten.

"Das Kind wird 16 Jahre alt", sagte Moderatorin Jana Bührer und meinte die Verleihung des Kleinkunstpreises. "Günther Hoffmann von der Spielspirale kümmert sich seit 16 Jahren darum", so Bührer, die Hoffmann entsprechend als "Papa" bezeichnete. Die auftretenden Künstler seien Unikate im Bereich der Kleinkunst und die Aufführungen einzigartig. "Lassen Sie sich verzaubern und verführen", empfahl sie den Besuchern im vollbesetzten Schlosskeller. Jeder Besucher bekam drei Bälle gereicht, mit denen er seinen Publikumsliebling wählen konnte. In der Tat konnten sich die Aufführungen sehen lassen, auch wenn es schwierig ist, die verschiedenen Kleinkunstarten wie Jonglage, Zauberei, Artistik, Improtheater, Tanz oder Musik miteinander zu vergleichen. Trotz des Wettbewerbscharakters stand der Spaßfaktor im Vordergrund.

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Als erstes trat der Zauberer Tom Luri aus Lofingen in der Schweiz auf die Bühne. Er verband anscheinend spielend leicht Zauberkunststücke mit Satire. Ein gefundenes Fressen für ihn war der Weltfußballverband Fifa, den er als Mafifa bezeichnete und deren Korruption bei der Vergabe der Fußball-WM an Katar er anprangerte. Dazu zauberte er zunächst aus einem leeren Koffer einen Ball, später war der Koffer mit Geldscheinen gefüllt. Er nahm ein paar Geldscheine in die Hand und schmierte einige Funktionäre damit. Im Handumdrehen wurden die Geldscheine immer kleiner, die dann fast unkenntlich in andere Hände verschwanden.

Ebenfalls aus der Schweiz, aus Dornach, kommen Ronja Borer und Nico Alesi. Sie sind Musicaldarsteller, beide also stimmlich und tänzerisch begabt. Sie tanzten eine fast perfekte Freundschaft und stellten sich in verschiedenen Sprachen von Deutsch, Italienisch bis Französisch vor. Auch Latein war zu Ehren des Papstes dabei. Dann begann der Streit: "Ich kann alles besser wie du, ich singe besser wie du." Als Ronja sich in jemand anderen verguckt, wird am Ende wieder alles gut. "Freunde sind wie Sterne am Himmel. Auch wenn Wolken sich dazwischen schieben, sind sie immer da."

Aus Losone aus dem Tessin trat die Compagnie Pas de Deux auf. Hinter diesem Namen verbergen sich Aline und Martin Del Torre, die ansonsten mit ihrem zur fahrbaren Bühne umgebauten Lkw-Wandertheater unterwegs sind. Im Schlosskeller kamen Akrobatik und Komik zusammen. Martin Del Torre sprang als eine Art Mischung aus Huhn und Biene verkleidet und Unverständliches brabbelnd auf der Bühne herum. Er zeigte sich wenig ungelenk und sprang artistisch durch Reifen hindurch, die Aline Del Torre im rot-weißen Kostüm ihm hinhielt.

Das Trio Magico aus Freiburg mit einer Mischung aus Zauberei und Clownerien reihte Ring an Ring wie an einer Kette auf oder sperrte die Akrobatin Sibylle in einen Turm von Ringen ein, damit sie sich in Windeseile und hinter einem Vorhang von den Ringen befreien konnte.

Neben dem Musiksolisten Jakob Heymann aus Bremen, der am Klavier ein Hohelied auf die Pädagogen singt, einer Bevölkerungsgruppe, die es nicht leicht habe, weil die Schulkinder sie so fertig machten, gab es Improtheater von der "Wilden Mathilde" aus Kenzingen. Hier hieß es "fünf, vier, drei zwei, eins, los" und aus den Begriffen Hund, Aserbaidschan und Thermomix entstand ein komisches Theaterstück.

Autor: Georg Voß