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15. August 2014 21:16 Uhr

Porträt

Isabella Vetter ist jetzt Breisgauer Weinprinzessin

Sie ist 21 Jahre alt und Bleichheimerin. Sie mag Ruländer, Weißburgunder und Muskateller – und kann mit Weizenbier gar nichts anfangen: Isabella Vetter wurde in Emmendingen zur Breisgauer Weinprinzessin gekrönt.

  1. Isabella Vetter, die neue Weinprinzessin für die Region Breisgau Foto: Patrik Müller

Niemand hat sie gefragt, ob sie Prinzessin werden will. Isabella Vetter ist selbst auf die Idee gekommen. "Ich habe es mir immer wieder überlegt", sagt sie, "es hat nie gepasst. Mal wegen der Schule, mal wegen dem Studium. Ich wollte das aber richtig machen." Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen: Die 21-jährige Bleichheimerin wird die nächsten 12 Monate als Weinprinzessin für die Region Breisgau werben.

Konkurrenz gab es keine: Isabella Vetter war die einzige Kandidatin. Zwei weitere Winzertöchter hatten kurzfristig einen Rückzieher gemacht, sagt Dietrich Jörger, Jury-Mitglied und Breisgau-Bereichsvorsitzender im Badischen Weinbauverband. "Aus persönlichen Gründen", erklärt er. Immerhin waren Hilferufe per Zeitung und Radio nicht nötig –vor einem Jahr hatte die Jury noch Schwierigkeiten, Kandidatinnen zu finden.

"Zu süßem Wein sage ich nie Nein."

Weinprinzessin Isabella Vetter
Die Eltern von Isabella Vetter sind Nebenerwerbswinzer und bewirtschaften im Bleichtal 1,6 Hektar Reben; ihr Vater ist der Bleichheimer Ortsvorsteher Patrik Vetter. "Ich bin von klein auf damit großgeworden", sagt sie, "je älter man wird, desto mehr probiert man – und so kommt eins zum anderen."

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Im Jahr 2011 legte sie ihr Abitur an der Heimschule in Ettenheim ab. Danach bewarb sie sich bei der Sparkasse in Freiburg – weil sie gerne mit Menschen zu tun hat, wie sie sagt, und weil Mathe ihr Lieblingsfach war. Zur Zeit absolviert sie ein Duales Studium an der Berufsakademie Lörrach, in einigen Wochen ist sie fertig.

In den nächsten 12 Monaten kommen etwa 50 bis 60 Termine im Weinprinzessinnen-Dirndl auf sie zu. An diesem Job, sagt sie, reize sie vor allem die Vielfältigkeit – und das "Vertreten eines sehr guten Weines, der aber leider nicht so bekannt ist. Die wenigsten wissen, dass der Breisgau einen hervorragenden Wein herstellt – im Bleichtal gibt es einen Müller-Thurgau, der seinesgleichen sucht."

Trompeterin im Musikverein Bleichheim

Sie selbst mag liebliche Weine. "Zu süßem Wein sage ich nie Nein", erklärt sie. "Ich trinke bevorzugt Ruländer von der WG Bleichtäler Winzer, an einem heißen Sommertag einen fruchtigen Weißburgunder – und zu einem guten Buch vor dem Kamin gerne einen Muskateller." Sie trinkt aber auch gerne Bier – nur Weizen muss nicht sein, sagt sie. In ihrer Freizeit geht sie Schwimmen und spielt Klavier – aber auch Trompete im Musikverein Bleichheim.

Die 21-Jährige ist in festen Händen. Ihr Partner wird sie bei ihrem Weinprinzessinnen-Job unterstützen: "Den habe ich schon vom Wein überzeugt", sagt Vetter. Wie es nach dem Prinzessinnenjahr für sie weitergeht, ist unklar: Sie kann sich aber durchaus vorstellen, internationale Weinwirtschaft zu studieren – oder sich als Badische Weinkönigin zu bewerben.



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Autor: Patrik Müller