Verein Benefiz – Musik und Kultur für andere

Johannes Stert dirigiert Blasmusikprojekt

Sylvia-Karina Jahn

Von Sylvia-Karina Jahn

Fr, 23. Oktober 2015 um 16:11 Uhr

Emmendingen

Blasmusik auf hohem Niveau und gespielt für einen guten Zweck – das ist das Anliegen des Vereins "Benefiz – Musik und Kultur für andere". Diesmal geht der Erlös an den Hospizdienst Emmendingen-Teningen-Freiamt.

EMMENDINGEN. Es ist ein mehrfaches Wagnis, dieses Konzert für den guten Zweck, da sind sich die Vorstandsmitglieder des Vereins "Benefiz – Musik und Kultur für andere" einig. Die Idee ist zwar nicht neu – zum 13. Mal finden sich Musiker zu einem einwöchigen Workshop zusammen, um im November ein anspruchsvolles Blasmusikkonzert zu geben – doch der Erlös soll dieses Mal an den Hospizdienst Emmendingen-Teningen-Freiamt gehen: ein Zweck, mit dem sich niemand gern auseinandersetzt. Gespielt werden Ausschnitte aus Richard Wagners Parsifal, die Ode to Lilith von Alexander Comitas und die Star Wars Trilogie.

"Das Motto Leidenschaft trifft es", sagt Susanne Stöhr, stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins. Es passe auch zum guten Zweck: "Ich habe höchsten Respekt vor dem, was Sie tun", sagt sie zu Sabine Weidert, die den Hospizdienst leitet. Ein schwerer Dienst: Die Helfer begleiten Sterbende. Ohne Leidenschaft geht es nicht. Das Motto passe aber auch zu allen Werken. Grundthema ist der Kampf gegen Gut und Böse und um das Thema Erlösung durch Mitleid, "das ist noch nie so aktuell gewesen", spielt sie auf die Flüchtlingsproblematik an.

Die Musiker wagen sich an schwere Literatur. Etwa mit Parsifal, aus dem rund 40 Minuten gespielt werden. Bearbeitet hat die erst einmal aufgeführte Version Johannes Stert, der derzeit in Köln ein Orchester leitet und 2016 das Freiburger Blasorchester übernehmen wird; seine Wurzeln liegen im Kaiserstuhl.

Dann die "Ode to Lilith", eigentlich die erste Frau Adams, "noch vor Eva", sagt Stöhr. Und schließlich die Star Wars Trilogy von John Williams. Stert hat die Stücke ausgewählt; er war ein Wunschdirigent der Musiker, erklärt Vorsitzender Günter Krieg. Er nahm also Kontakt mit dem international gefragten Dirigenten und Pädagogen auf. Der ließ sich erst einmal die Aufnahme vom Vorjahreskonzert schicken – und war überzeugt. Die Musiker kommen wieder aus dem südbadischen Raum, viele aus dem Landkreis zwischen Kaiserstuhl und Elztal, doch sind auch Bläser aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland und der Schweiz dabei.

Die Musiker wagen einen ungewöhnlichen Benefizzweck: Oberbürgermeister Schlatterer, der das Projektorchester einmal mehr eingeladen hat, in der Stadt zu spielen, bezeichnete die Verbindung zum Hospizdienst als außergewöhnlich. "Es ist ein sperriges Thema für Zuschüsse und Spenden", sagt er. Das hat Günter Krieg bei der Suche nach Sponsoren leidvoll erfahren. "Das war diesmal extrem schwierig", sagt er, "da hieß es schon mal ’ist nicht unsere Zielgruppe’." Gewonnen hat er schließlich das Freiburger Volvo-Autohaus Engelhard; Vertriebsleiter Timo Schwörer sagt, dass der soziale Aspekt gut zur schwedischen Tradition passe.

"Bisher haben wir viele Projekte für Kinder und Jugendliche gefördert oder Themen aus der Mitte des Lebens heraus. Jetzt geht es an das Lebensende – das ist auch für die Musiker eine ganz eigene Erfahrung", ergänzt Stöhr. "Wir haben uns wahnsinnig gefreut, Spendenempfänger zu werden", so Sabine Weidert. Der Hospizdienst begleite jährlich etwa 80 Menschen in ihren letzten Tagen, manchmal über einen kurzen Zeitraum, manchmal auch sehr lang. Und das ehrenamtlich – aber für dieses Ehrenamt braucht es auch Wissen, weshalb die Hospizhelfer für ihre schwere Aufgabe ausgebildet werden.

Leidenschaft, Benefizkonzerte am 7. November um 19 Uhr und am 8. November um 18 Uhr in der Fritz-Boehle-Halle in Emmendingen. Karten gibt es bei Optik Wipfler und er Central Apotheke in Emmendingen, beim Musikhaus Gillhaus in Freiburg und bei Ton Art in Waldkirch – oder unter http://www.benefiz-musik-und-kultur.de