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07. November 2011

Konzept hat sich bewährt

Zum elften Mal stellten Musiker aus Südbaden ihr Können in den Dienst einer guten Sache.

  1. Überzeugend: Dirigent Harry D. Bath und die Solistin Angie Hunter (Mitte) mit dem Euphonium. Foto: Hildegard Karig

EMMENDINGEN. Man nehme gute Blasmusikerinnen und Blasmusiker aus der südbadischen Region, die eine Woche Zeit und ihr Können zur Verfügung stellen, man gewinne einen kompetenten Dirigenten und Solisten und gehe auf die Suche nach Originalliteratur für symphonisches Blasorchester. Und stelle den Einsatz aller, auch derer, die im Hintergrund tätig werden, in den Dienst einer sozialen Sache, mit der sich viele identifizieren können, auch die Zuhörer, die man für die Abschlusskonzerte einlädt. Der regionale Benefizbezug war gegeben durch den Spendenaufruf für die Emmendinger Bürgerstiftung und die Ausbildungsstiftung des Landkreises Emmendingen.

Dieses Konzept des Vereins "Benefiz – Musik und Kultur für andere" hat sich ein elftes Mal optimal bewährt. Als Ergebnis präsentierte der Verein ein Konzert, das durch seine Qualität, seine programmatische Originalität und Stimmigkeit überzeugte. Am Samstagabend und Sonntag kam ausschließlich Originalliteratur für symphonisches Blasorchester zur Aufführung und damit war eine Sparte der Musikkultur ausgeleuchtet, die in dieser Authentizität selten ist.

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In den spätromantischen Anklängen der "First Suite in Es" des Engländers Gustav Holst wurde mit den ersten Takten deutlich, dass das Nebeneinander weicher lyrischer Klänge und akzentuiertem schrillen Blech einen besonderen Reiz ausmacht. Nach einem einschmiegsamen Anfang wurde das Orchester lebhaft und steigerte sich zu einem klangmächtigen Tutti mit Becken: das weite Spektrum möglicher Klangfarben dieses symphonischen Klangkörpers war aufgestellt. Sie wurden in den folgenden Kompositionen ausgereizt und vielfältig verändert.

Mit der "Pantomime" von Philip Sparke, dem bekanntesten Komponisten zeitgenössischer englischer Blasorchestermusik, kam durch das Solo des Euphoniums eine weitere Färbung ins Spiel. Die Solistin Angie Hunter begeisterte gleichermaßen durch ihr melodiöses wie virtuoses Spiel dieses tiefen Horninstrumentes. Mit der Komposition "Terpsichore" von Bob Margolis waren die Zuhörer in die höfische Atmosphäre der Renaissance mitgenommen. Aller Skepsis entgegen: Altblockflöte, Harfe und Orgel konnten in den Blasmusikklang integriert werden und bedeuteten durch den Kontrast eine Besonderheit. Die tänzerische Leichtigkeit, mit der neben aller Klanggewalt musiziert wurde, faszinierte gerade in diesem Stück besonders.

Der Titel des Konzertes "Kolorationen" war mit den weiteren ausgewählten Stücken exakt umgesetzt, die Klangfarbenvielfalt erstaunlich und erfreulich in der guten Intonation. Bestimmt siebzig, wahrscheinlich eher achtzig Mitwirkende, eine genaue Zahl war auf die Schnelle nicht zu erhalten und auch nicht abzuzählen, für eine Woche Proben zu gewinnen und zu einer solch einheitlichen, musikalisch ausdrucksstarken Leistung zu führen, war dem Dirigenten Harry D. Bath zu verdanken. Seine eigene Begeisterung kam in dem Ausruf zum Ausdruck "Ist das nicht ein wunderbares Orchester!", den er der ersten Zugabe voraus stellte. Langer Applaus würdigte die Leistung aller und wurde mit einer zweiten Zugabe beantwortet, in der das Orchester nach einem Prolog der Schlagzeuggruppen noch einmal zu voller glänzender Klangmacht auflief.

Autor: Hildegard Karig