Betrugsmasche

Polizei warnt vor falschem Microsoft-Mitarbeiter

Patrik Müller

Von Patrik Müller

Fr, 07. September 2018 um 15:21 Uhr

Emmendingen

Das Telefon klingelt. Ein Mann meldet sich, auf Englisch – und sagt, dass er sich mal schnell auf den Computer aufschalten müsse. Das ist jetzt einer Frau aus Landeck passiert.

Eine 53-Jährige aus Landeck hat wegen eines verdächtigen Anrufes die Polizei alarmiert: Ein Unbekannter hatte sie mit einer Münchner Vorwahl angerufen, sich auf Englisch als Mitarbeiter der Firma Microsoft ausgegeben – und erklärt, er müsse sich per Fernwartung auf ihren PC aufschalten. Die Landeckerin legte auf. Sie handelte richtig, wie Polizeisprecher Jerry Clark erklärt. "Solche Fälle gibt es immer wieder mal", sagt er. "Meistens werden Unternehmen benannt, die bekannt sind – und das häufigste System ist nun mal Windows von Microsoft."

Unklar ist, wie es weitergegangen wäre, wenn die Frau nicht aufgelegt hätte. "Letzten Endes wollen die Betrüger Geld – und sie sind kreativ", sagt Clark. Eine Möglichkeit sei zum Beispiel, dass die Betrüger sich über eine bestimmte Software Zugang zum PC verschaffen und versuchen, Bankdaten oder Passwörter abzugreifen. "Es wird dringend empfohlen, keinesfalls auf solche Angebote einzugehen – insbesondere, wenn kein Support bestellt wurde", warnt die Polizei.

Laut Clark gibt es aber Betrugsmaschen, die häufiger vorkommen. Zum Beispiel die, dass auf dem Bildschirm ein Fenster aufploppt, in dem steht, dass das Bundeskriminalamt auf dem Rechner etwas Verdächtiges gefunden habe – samt Hinweis, dass die Ermittlungen gegen eine Zahlung eingestellt würden.

Die Polizei ermittelt. Sprecher Clark glaubt nicht, dass der falsche Microsoft-Mitarbeiter tatsächlich in München sitzt, wie die 089er-Vorwahl andeutet. "Das hat nichts zu sagen", erklärt er. Tatsächlich waren in der Vergangenheit sogar Fälle bekanntgeworden, in denen auf den Displays der Angerufenen die Notrufnummer 110 erschien.