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05. August 2011

Krähenplage

ÜBRIGENS: Lösungen mit Nebenwirkung

Es mag nicht das größte Problem der Welt sein, wenn eine Krähenkolonie vor der Haustür für Krach und Schmutz sorgt. Aber man kann die Anwohner verstehen, die sich über die Tiere ärgern – und erst recht, wenn sie sich hin- und hergeschoben fühlen zwischen den Behörden. Krähen sind geschützte Vögel, also haben sich die geplagten Bürger an die Naturschutzbehörde beim Landratsamt gewandt. Der Landrat äußert Verständnis, sieht aber die Lösung bei der Stadt – und die ist schnell mit ihrem Latein am Ende, zumal sie ja den Naturschutz berücksichtigen muss. Da schließt sich der Kreis. Und die beiden von der Naturschutzbehörde angeregten Möglichkeiten hätten erhebliche – nun, sagen wir mal, Nebenwirkungen. Würde der mächtige Baum so stark gestutzt, dass er zum Nestbau nicht mehr geeignet ist, wäre von der Platane fast nichts mehr übrig, so das Urteil der Experten. Und das Aufhängen eines toten Vogels, um die anderen abzuschrecken, lehnt die Stadt verständlicherweise ab. Was also tun? Die Ratlosigkeit beim Thema Krähen ist nicht nur in Emmendingen groß. Aber das liegt nicht nur daran, dass die Vögel geschützt sind; mit Sondergenehmigung dürfte man sie ja sogar schießen, aber eben nur außerorts. So drastische Gegenmaßnahmen wollen auch die Anwohner nicht; zumal es dazu führen könnte, die Vögel erst recht in die Stadt zu bringen. Man müsse sich dran gewöhnen, dass die Tiere in die Stadt drängten, wenn der Mensch ihren Lebensraum in der Natur einenge, so das philosophische Fazit der Experten. Ein schwacher Trost, wenn die schwarzen Vögel nerven. Aber eine Erfolg versprechende Strategie hat momentan offenbar wirklich niemand. Das kann’s auch mal geben.

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Autor: ja