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17. April 2011 18:23 Uhr

Voili Voilà siegt auf der ganzen Linie

Kleinkunst bedeutet wesentlich mehr als Zauberei, Jonglage, "Kunstturnen" oder Ausflüge in die Welt des Varieté. Vielseitiger hätte die Präsentation der Teilnehmer des 10. Emmendinger Kleinkunstpreises im Schlosskeller bei der traditionellen Abendgala am Samstagabend kaum ausfallen können.

  1. Akrobatik im Schlosskeller: Voili Voilà räumen ab. Foto: Dieter Erggelet

Vor vollem Haus boten die Akteure eine Art Berg- und Talfahrt – das Niveau erwies sich als durchaus unterschiedlich.

Zum Auftakt zeigte Claudio Gnann aus Gundelfingen bewährte Kartentricks von unglaublicher Präzision. Um sie zu beherrschen, bedarf es jahrelanger Übung. Völlig zu Recht landete der 20 jährige angehende Pädagoge in der Publikumswertung auf dem zweiten Platz.

Zu Beginn etwas derb, dann leidenschaftlich und später praktisch und sehr lebensnah präsentierte sich Ida Erdinger. Vieldeutig war auch der Name ihres besungenen Traumpartners "Labello". Die bajuwarische "Mi(e)nnesängerin". präsentierte sich zur Freude des Publikums mit mehrdeutigem Humor.

Der in einer Krebsklinik hauptberuflich als "Fun-Pädagoge" arbeitende Hans Zapp begeisterte mit clownesken "Handwerkertricks". Sein Koffer war voller verrückter Ideen, die die Besucher mit dem dritten Platz belohnten.

El Cardinal bot einen Anflug von Comedia del Arte. Als farbenprächtiger Kardinal nahm er mit seinem babylonischen Sprachgewirr die Bühne in Besitz. Sein Auftritt versprühte herrlich-verrückte Anarchie. Religionen und ihre kirchliche Riten vermischte er auf teils respektlose Weise miteinander. Die Art des schillernde Scheinheiligen kam beim Publikums allerdings nicht so sonderlich gut an. Der Verkünder der Apokalypse landete bei der Publikumswertung im Niemandsland.

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Jetzt begann der Schlosskeller zu beben: Das neue Zirkusensemble Voili Voilà sprang für das Duo Unwucht ein. Von der ersten Sekunde an zog das Quintett die Besucher in seinen Bann. Isabelle und Jonathan Noel, Alexander Koehlbecker und Almuth und Dietmar Zschoocke, verfügen über viel Zirkuserfahrung. Als kokettes Saloon-Girl brachte Isabelle Noel ihre Erfahrungen als Zirkus- und Theaterpädagogin auf die Bühne. Bei ihren Kollegen im Ensemble überwiegt der Beruf "Sportlehrer". Kaum ein Zentimeter bis zur Decke blieb, als sie mit halsbrecherischen Zirkusnummern die Besucher in Atem hielten: Tosender Beifall! Ihr Lohn: Sie erhielten den Publikumspreis und den Kleinkunstpreis "Emmendinger Nadel".

Wie Billard im Hochformat mutete die Balljonglage von Johann Dalin an. Sein Auftritt wirkte zwar perfekt, doch steril.

Ein Stichwort genügte, dann folgte beim Improtheater Sternschnuppe eine kleine Komödie oder ein mittleres Drama. Sie landeten im Mittelfeld.

Autor: derg