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10. April 2010
"Bekenntnis zu seinen Wurzeln"
BZ-INTERVIEW mit Josef Baumann über das Regionaltreffen der Muettersproch-Gesellschaft im Endinger Bürgerhaus.
ENDINGEN. Die Gruppe Kaiserstuhl-Tuniberg ist dieses Jahr Gastgeber der Muettersproch-Gsellschaft für ihre Mitgliederversammlung. Nach 13 Jahren kommen die Vorsitzenden und interessierte Mitglieder aus den 21 Regionalgruppen am 17. April wieder einmal nach Endingen. Christel Hülter-Hassler fragte den Regional-Vorsitzenden Josef Baumann nach den Schwerpunkten des Treffens im Bürgerhaus.
BZ: Um was geht es bei der Mitgliederversammlung?Baumann: Im offiziellen Teil bilanziert die Versammlung das abgelaufene Jahr und Präsident Franz-Josef Winterhalter gibt die Pläne fürs nächste Jahr bekannt. Der Gastgebergruppe wird Gelegenheit geboten, ihre jeweilige Mundart zu präsentieren. Wir freuen uns, Otto Meyer und Theo Klaus aus Bischoffingen gewonnen zu haben. Auch Andreas Vollherbst macht mit. Der Gesangverein Sponeck aus Jechtingen bietet unter anderem vertonte Gedichte von Karl Kurrus dar.
BZ: Welche Ziele hat die Muettersproch-Gsellschaft?
Baumann: Es geht seit der Gründung im Jahr 1965 nach wie vor darum, auf den Schatz der Mundart aufmerksam zu machen und ihr möglichst viel Raum zu geben. Dafür fördern wir zum Beispiel Mundartdichter mit Seminaren und Lesungen. Wir geben für unsere Mitglieder halbjährlich ein reich bestücktes Vereinsheft heraus, organisieren Mundartwettbewerbe und viele Lesungen. Eine ganz wichtige neue Aktivität ist unsere Präsenz in den Schulen. Wolfgang Miessmer ist der Ansprechpartner für interessierte Lehrer in ganz Baden-Württemberg.
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BZ: Sind denn junge Leute für Mundart zu begeistern?
Baumann: Die meisten unserer Mitglieder sind schon älter. Aber wir stellen fest, dass viele junge Leute die Mundart als Ausdruck ihrer Individualität oder regionaler Gemeinsamkeit benutzen. Das zeigt sich in Internetforen oder auch im Erfolg von Liedermachern oder Musikgruppen wie von "Fisherman`s Fall" aus Wyhl oder von "Goschehobel".
BZ: Was bedeutet Mundart für Sie?
Baumann: Alemannisch zu reden fördert den persönlichen, freundschaftlichen Umgang untereinander. Mundart ist auch ein Stück Individualität. Wer sie benutzt, bekennt sich zu seinen Wurzeln. Außerdem sind Alemannen auch im Elsass, in der Schweiz und in Vorarlberg daheim und die gemeinsame Sprache überwindet viele Grenzen.
BZ: Herr Baumann, was wünschen Sie sich von der Mitgliederversammlung?
Baumann: Ich wünsche mir, dass sich die Muetterspröchler, die ja teilweise von weit her reisen, bei uns wohl fühlen. Viele planen eine Stadtführung durch Endingen oder eine Weinprobe. Ich freue mich, dass wir in der schönsten Jahreszeit an den Kaiserstuhl einladen und unsere Region und Sprache von der schönsten Seite präsentieren können.
Autor: (Das alemannisch geführte Interview
