"Das Schulzentrum hat Priorität"

Martin Wendel

Von Martin Wendel

Sa, 22. November 2014

Endingen

Endinger Bürgergemeinschaft bezieht klar Stellung zu kommunalpolitischen Aufgaben / Veränderungen im Vorstandsteam.

ENDINGEN. Investitionen in ein zukunftsfähiges Bildungszentrum haben für die Endinger Bürgergemeinschaft (EBG) auf absehbare Zeit absolute Priorität bei den städtischen Investitionen. Das wurde bei der Hauptversammlung am Donnerstag im "Schützen" deutlich. Bestärkt wurde die Fraktion von den rund 30 anwesenden Mitgliedern ausdrücklich auch darin, dass 2,2 Millionen Euro für ein neues Dorfzentrum in Amoltern angesichts dieser Mammutaufgabe derzeit nicht drin seien.

Deutliche Worte fand Bernd Meyer, Sprecher der unter EFG firmierenden Fraktion, in der Versammlung zu den Bestrebungen, das Gemeindezentrum im kommenden Jahr anzugehen: Das sei ein "Prestigeobjekt für eine Bürgergruppe, für die die Bedeutung des Schulzentrums weit hinter ihren eigenen Interessen steht". Man werde viele Millionen in das Schulzentrum investieren müssen; das lasse keinen Spielraum für das wünschenswerte, aber aktuell eben nicht finanzierbare Vorhaben Gemeindezentrum. Endingen wachse und brauche ein attraktives Schulzentrum, das allen Kindern aus der Gesamtstadt zugutekomme. Die Fraktion wolle, dass im Haushalt 2015 mindestens 1,5 Millionen Euro fürs Schulzentrum eingestellt werden. Setze der Rat andere Schwerpunkte, sei nicht ausgeschlossen, dass man den Haushalt ablehnen werde, so Meyer am Vorabend der Klausurtagung des Gemeinderats.

Bestärkt sehe man sich durch Aussagen von Amolterer Bürgern, die das Projekt Gemeindezentrum als "völlig überzogen" bezeichneten. Diese Einschätzung teilte auch der frühere Amolterer Ortsvorsteher Werner Fischer. Man dürfe das Dorf aber nicht hängen lassen, betonte Fischer und verwies auf die Notwendigkeit einer größeren Bühne in der Halle. "Dazu wären wir bereit", versicherte Bernd Meyer. "Wir verstehen den Wunsch nach einem Gemeindezentrum", meinte die EBG-Vorsitzende Bettina Stumpf-Maroska, "aber wir müssen verantwortungsvoll Prioritäten setzen – für die Schule."

Weitere Themen aus der Fraktionsarbeit waren auch die neuen Baugebiete, der Städtlibus und Informationen zu einem innovativen Energiekonzept der Kinzigtalgemeinde Fischerbach. "Wenn wir unsere klimapolitischen Ziele erreichen wollen, müssen wir uns solchen Themen widmen", forderte Meyer.

Veränderungen brachten die Vorstandswahlen. Vorsitzende Bettina Stumpf-Maroska wurde im Amt bestätigt, neuer Stellvertreter ist Karlheinz Albrecht. Der bisherige Vize Ernst Fuchs übernimmt nun auch offiziell die Kasse von Christine Casaluci-Ermisch, die das Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann. Auch Schriftführerin Hannelore Hirtler gab ihr Amt ab, das künftig Ulrike Ruh innehat. Neugemeinderat Bernd Albietz hörte als Beisitzer auf. Diese Funktion haben künftig Bernd Meyer, Christoph Leon und Thomas Wagner inne. Die Kasse prüfen Egon Bury und Richard Kwieczinsky. Die Vorsitzende würdigte die Arbeit der ausscheidenden Vorstandsmitglieder sowie der ausgeschiedenen Gemeinderäte.

Die Kasse wurde vor allem durch die Wahlkampfkosten belastet, betonte Ernst Fuchs: "Ohne Spenden für den Wahlkampf und die gespendeten Sitzungsgelder wären wir auf Null." Fuchs regte an, verstärkt um Mitglieder zu werben. Derzeit hat die EBG 85 Mitglieder; sieben Neuen standen fünf Austritte gegenüber. Einstimmig beschlossen wurde, das Eintrittsalter analog zum Wahlalter auf 16 Jahre zu senken. Weitere Themen waren ein politischer Ausflug und die erneut geplante Afterwork-Party im kommenden Jahr. Rudolf Kaiser, Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender, zollte dem aktuellen Team Dank und Anerkennung – ganz besonders für den enormen Einsatz rund um die Kommunalwahl.