Tolle Stimmung beim Open Air

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Di, 25. Juli 2017

Endingen

Fünf Bands heizten den Musikfreunden am Samstagabend beim Open Air im Endinger Schambachtal ordentlich ein .

ENDINGEN. Am Samstag konnte das 30. Open Air nach dem Totalausfall am Freitag (die BZ berichtete) dann doch noch gebührend gefeiert werden. Aus dunklen Wolken fiel zu Beginn noch ein wenig Regen, doch dann hielt das Wetter und zu den Top Acts waren der Platz vor der Bühne und das Festzelt gut gefüllt. Der musikalische Schwerpunkt lag auf Rockmusik in unterschiedlichen Facetten und sorgte für eine super Stimmung unter dem Dach und im Festzelt. Mit einem Feuerwerk am späteren Abend zum Jubiläum überraschten die Veranstalter die knapp 400 Besucher.

"Wir hatten Glück im Unglück", bilanzierte der zweite Vorsitzende des Open Air Vereins, Henning Kosog. Ein paar Sonnenschirme, Bauzaunelemente, die um 90 Grad gebogen wurden und alle Pavillonzelte des Vereins fielen dem Gewittersturm zum Opfer – größere Schäden gab es jedoch nicht. Nach vier Stunden erneutem Aufbau am Samstagmorgen konnte der zweite Open Air Abend wie gewohnt seinen Verlauf nehmen.

Den Einstieg machte "Julia" aus Lahr, die ganz in der Singer-Songwriter-Tradition mit der Gitarre auf der Bühne stand. Ganz jugendlich frisch bot sie Covers und eigene Texte, die mal unterhaltsam waren, mal zum Nachdenken anregten. Julia überzeugte mit guter Stimme und einfühlsamem Spiel. Für ihren Soloauftritt wurde sie mit kräftigem Applaus bedacht.

Hart zur Sache ging es danach mit den Freiburgern "Madisha Quit", die zum ersten Mal im Schambachtal zu Gast waren. Hervorgegangen aus der Band "Ulysses" boten die vier Jungs kernigen Rock, der durchaus auch mit Punkelementen bestückt war. Aber nicht nur das Einheizen, sondern auch softere Balladen kamen beim Publikum an.

"Stereo Dynamite" machte anschließend seinem Namen Ehre. Wie Sprengstoff wirkte die Hardcore-Punk-Rock-Mischung und lockte die ersten Besucher näher zu Bühne. Matze (Gitarre und Gesang), Hanni (Bass und Gesang) und Gäschi (Schlagzeug) boten vielseitig-starken Gitarrensound mit langen Intros und rasant wechselnden Rhythmen.

Die Zuhörer vom ersten Moment an auf ihrer Seite hatte "Electric Love" aus Stuttgart, ebenfalls zum ersten Mal beim Endinger Open Air. Vollen Einsatz gaben vor allem die beiden Frontfrauen Denise Wilson (Gesang/Bass) und Sinja Mueller (Gitarre), die vom ebenfalls starken Herrenduo Tobias Kuenzl (Gitarre) und Sebbi Kraenzlein (Schlagzeug) begleitet wurden. Mitreißend-fetziger Punk, angereichert mit Elementen aus Pop und Rock, bestach auch durch die exzellente Abmischung. Beeindruckend war der Auftritt der sich über eine Stunde lang voll verausgabenden Denise Wilson, die mit ihrem Einsatz geradezu magisch die Aufmerksamkeit auf sich zog. Dass die Band schon mit Größen wie Marky Ramone aufgetreten ist und Vorgruppe beispielsweise der Punk-Ikone Anti Flag war, ließ sich angesichts ihres Auftritts gut nachvollziehen.

Ein ausgefeiltes Intro mit musikalischer Einstimmung vom Band, spezieller Ansage und einen dramaturgisch ausgefeilten Auftritt bot zum Schluss die Cover-Band "Kissin‘ Time" aus Kassel. Der Headliner verwandte viel Mühe auf die originalgetreuen Outfits sowie auf die ausgefeilte Show mit allerlei Überraschungseffekten. Auch die Musik orientierte sich nah am Original und ließ das Schambachtal mit Klassikern der legendären "Kiss" erzittern. Wie beispielsweise mit dem Hit "I was made for loving you", das von den Anwesenden begeistert und lauthals mitgesungen wurde.

Mehr Fotos vom Endinger Open Air unter http://mehr.bz/openendi17