Zufriedene Weinfestorganisatoren

Trotz verregnetem Start: 80 000 Besucher beim Breisacher Weinfest

Agnes Pohrt

Von Agnes Pohrt

Fr, 07. September 2018 um 18:43 Uhr

Breisach

Diesmal wollten es die Verantwortlichen der Kaiserstühler Wein-Marketing GmbH, die das Breisacher Weinfest ausrichtet, genau wissen. Erstmals wurden die Festgäste gezählt. Doch ausgerechnet das 62. Breisacher Weinfest startete mit Regen. 80 000 Besucher kamen an den vier Festtagen ins Weindorf. "Bei schönem Wetter wären es wohl 10 000 mehr gewesen", schätzt Waldemar Isele, Geschäftsführer der Wein-Marketing. Seine Bilanz fällt aber insgesamt positiv aus.

BREISACH. 12 000 Gäste besuchten am Freitagabend das Weinfest. "Bei gutem Wetter wären es 7000 bis 10 000 mehr gewesen", glaubt Isele. Denn freitags und samstags kommen gewöhnlich die meisten Besucher. Am Samstag wurden dann bei gutem Wetter 28 000 Besucher gezählt, am Sonntag 22 000 und am Montag 18 000. Dass am Montag mehr Festgäste da sind als am Freitag, sei sehr ungewöhnlich, kommentiert Isele die Zahlen. Doch nach dem großen Eröffnungsfeuerwerk seien die Tische und Bänke im Weindorf weitgehend leer geblieben. Angesichts des unsicheren, kühlen Wetters zogen die Weinfreunde die regensicheren Lauben vor. Ob man auch im kommenden Jahr die Besucher zählen lassen will, kann Isele noch nicht sagen. Aus Kostengründen werde man die professionelle Zählung wohl nicht jedes Jahr vornehmen.

Weniger Flaschen verkauft
25 200 Wein- und Sektflaschen wurden auf dem 62. Breisacher Weinfest verkauft – 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den DOC-Stielgläsern lag der Rückgang im Vergleich zu 2017 bei elf Prozent. 16 000 Gläser seien insgesamt verkauft worden, berichtet Isele. Die Nachfrage bei den teureren Burgundergläsern ist zwar immer noch vergleichsweise gering, aber mit 330 Gläsern erhöhte sich die Verkaufszahl gegenüber dem Vorjahr um 60 Prozent. Dem Wetter geschuldet, wurden diesmal nur 11 000 Fahrgäste in den Buslinien zum Weindorf registriert, 16 Prozent weniger als im Vorjahr.



Abschiedsweinprobe kam gut an
Wegen der kühleren Temperaturen gaben diesmal mehr Gäste Rotweinen den Vorzug. Insgesamt seien aber alle für den Kaiserstuhl typischen Burgundersorten gefragt gewesen, erklärt Isele. Auch Bukettsorten wie Muskateller, Scheurebe oder Gewürztraminer waren beliebt.

Zu den Höhepunkten des Weinfestes zählt Isele das Eröffnungsfeuerwerk am Freitagabend, das mit einigen Neuigkeiten aufgewartet habe. Auch die Abschiedsweinprobe der bisherigen Weinprinzessin für Kaiserstuhl und Tuniberg, Sinja Hornecker, am Samstag sei sehr gut angekommen.

Am Sonntag genossen viele Kinder die Kinderspielstraße, während sich ihre Eltern einen Rundgang im Weindorf gönnten. Das Musikprogramm an den vier Festtagen sei ebenfalls gut angekommen, ergänzt Isele seine Aufzählung. Schade finde er es aber, dass diesmal noch weniger Archivweine als im vergangenen Jahr in den Lauben ausgeschenkt wurden.

Winzer und Gastronomen zufrieden
Auch wenn der Umsatz wegen des verregneten Festbeginns geringer war als im Vorjahr, seien die beteiligten Winzergenossenschaften insgesamt zufrieden. Zumal die Winzer nach der langen Hitze und Trockenheit sehnsüchtig auf den Regen gewartet hätten, erläutert Isele.

Zufrieden seien auch der Gastronom Willi Kläsle, der seit 22 Jahren bei Weinfest auf dem Gastronomischen Marktplatz bewirtet, und sein Kollege Christoph Layer vom Bahlinger Gasthaus Zum Lamm, der diesmal für das Zirkelzelt verantwortlich war. Und auch die Bilanz von Jürgen Hahn, der den Vergnügungspark beim Weinfest organisiert, sei positiv ausgefallen, berichtet Isele.

Ein großes Lob zollt der Geschäftsführer der Kaiserstühler Wein-Marketing GmbH der Polizei sowie den ehrenamtlichen Helfern von DRK und Feuerwehr. Alle hätten hervorragend gearbeitet, das gelte auch für den Sicherheitsdienst CDS, der zum zweiten Mal auf dem Breisacher Weinfest eingesetzt wurde. Glücklicherweise sei die Messerstecherei am Sonntagmorgen nicht so dramatisch gewesen, wie anfangs befürchtet, betont Isele.

Vom verregneten Freitagabend abgesehen, sei das 62. Breisacher Weinfest im üblichen Rahmen gewesen, fasst er zusammen. Isele macht sich auch schon Gedanken über das 63. Breisacher Weinfest. In der nächsten Gesellschafterversammlung werde sicher auch über mögliche Neuerungen diskutiert.