Vier Bands rocken das Schambachtal

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Mo, 30. Juli 2018

Endingen

40 Jahre Open Air Endingen: Knapp 500 Besucher zog es bereits am Freitag zum ersten Festivalabend an die Traubenannahmestelle .

ENDINGEN. Über 40 Jahre ein Open Air zu stemmen, ist schon eine besondere Leistung des Open Air Vereins um Vorstand Johannes Meyer und Vize Henning Kosog. Gute Stimmung und viel Rockmusik sorgten bei der Auftaktveranstaltung am Freitagabend für eine Super-Jubiläums-Rockparty mit laut Veranstalter knapp 500 Besuchern. Mit Shitstorm Surfers, Intoxicated, Hangrod und Rockin’ Carbonara standen vier Bands aus der Region auf der Bühne.

Zum Jubiläum meinte es die Natur gut mit den Veranstaltern. Anstelle des wüsten Unwetters, das 2017 zum Abbruch zwang, wurde das Open Air mit einer traumhaften Kulisse der über Stunden zu verfolgenden Mondfinsternis belohnt. "40 Jahre Open Air Geschichte – wer schafft das schon?", sagte Henning Kosog in seiner Begrüßungsrede mit berechtigtem Stolz. Er dankte den Unterstützern und wünschte sich, zum Jubiläum mit den Besuchern eine große Party zu feiern.

Auch Gemeinderat Ronald Linder ließ es sich nicht nehmen, vor dem Auftritt der letzten Band den Veranstaltern für ihren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz zu danken. "Es gibt Gerüchte, dass dies das letzte Open Air sei. Aber es liegt an auch Euch, ob weitere stattfinden", sagte Linder ins Publikum. Jeder sei eingeladen, beim Open Air Verein mitzuwirken und zu helfen.

Die Shitstorm Surfers aus Emmendingen machten als Opener ihrem Namen alle Ehre. Alltagsfrust und Alltagslust wurden in kräftigen Songtexten verarbeitet und mit meist harten Rockklängen verbunden. Matze Wachter, Tobias Gaugenrieder, Bianca Fischer, Björn Albers, Markus Bindner und "Beppo" Böttiger haben sich seit 2016 dem "Schweinerock" verschrieben, der für sie nicht allein Musik, sondern Philosophie ist. Es gelang Shitstorm Surfers auf Anhieb, bei den Zuhörern für gute Stimmung zu sorgen.

"Berauscht" lautet die deutsche Übersetzung des Bandnamens der folgenden Band Intoxicated aus Waldkirch. Temporeich widmeten sich die vier Mitglieder der Formation dem Grunge Rock. Mit Snow White (Vocals) – und im Rock gekleidet – stand der Band ein Endinger vor. Reinhard am Bass, Max an der Gitarre und Thomas am Schlagzeug sorgten für abwechslungsreiche Rockklänge. Sie widmeten ihre Songs beispielsweise mit "Take Care Of You" dem eigenen Kind, mit "Intoxicated" der Band selbst oder mit der Zugabe "Rock ’n’ Roll" ihrem musikalischen Motto.

Einen Heimvorteil hatte die Endinger Formation Hangrod, deren Fans schon beim Soundcheck frenetisch jubelten. Die fünf Musiker haben sich dem Melodic Power Metal verschrieben und sorgten mit verschiedenen Einlagen für einen ganz eigenwilligen Musikstil. Mal klang es sphärisch – passend zum Blutmond, dann wieder eher orientalisch. Sakrale Orgelklänge von Ecki Gerteis am Keyboard gingen fließend in treibende Metal-Rhythmen von Ingo Zimmermann (Gitarre), Oli Möhrle (Bass), Peter Scherer (Schlagzeug) und Marco Reiß (Vocals) als Frontmann über.

Fetziger Rock ’n’ Roll der dreiköpfigen Freiburger Band Rockin’ Carbonara beschloss den ersten Festivalabend. Die Gruppe holte ihren letztjährigen Auftritt nach, der nach dem Gewittersturm ausfallen musste. "So heiß wie die Hölle" versprachen die Musiker im Kochhemd mit Kochmütze zu sein. Fulminant einsetzend, mitreißend und vor Spiellust sprühend fegte das Trio um Chefkoch Quick Nick durch Rock ’n’ Roll, Rhythm & Blues, Rockabilly, Swing, Delta-Blues oder Country. Aus Klassikern kochte Rockin’ Carbonara virtuos sein ganz eigenes Süppchen, würzte mit Eigenkompositionen und brachte so das Publikum in Hochstimmung. Mit der Aftershow Rockparty klang der Abend in bester Partylaune aus.

Mehr Fotos vom Open-Air-Festival unter http://mehr.bz/oae18freitag