WVIB-Chef positioniert sich klar

Endress mag die AfD nicht

Bernd Kramer

Von Bernd Kramer

Fr, 18. November 2016 um 18:26 Uhr

Wirtschaft

Klaus Endress, Chef des Unternehmerverbandes WVIB, kritisiert bei der Hauptversammlung die AfD und den zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump.

Der Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden (WVIB) wendet sich entschieden gegen rassistische und nationalistische Strömungen. Bei der Hauptversammlung am Freitag sagte WVIB-Präsident Klaus Endress: "Grenzen mögen wir im Grunde überhaupt nicht!Es gibt nur eine Sorte von Grenze, die wir niemals überwinden wollen: Das sind die Grenzen von Gesetz, Anstand und Respekt vor den anderen."

Seinen Appell für freien Handel verband er mit scharfer Kritik an Donald Trump, der AfD und dem französischen Front National. Zu Trump sagte er: "Er log sich seine Welt zurecht". Die AfD bezeichnete der Schweizer als Vereinigung, "die den tot geglaubten, rechtsnationalen Populismus in schlichter Form wieder nach Deutschland trägt." "Wer das Wort völkisch verwendet, will die Nazi-Rhetorik wieder salonfähig machen. Das ist verstörend!", fügte er hinzu.

"Es gibt nur eine Sorte von Grenze, die wir niemals überwinden wollen: Das sind die Grenzen von Gesetz, Anstand und Respekt vor den anderen." Klaus Endress
Als Grund für den Aufstieg solcher Strömungen sieht der Unternehmer eine politische Debatte, in der es vor allem um einen Zuwachs an Bürokratie und neue Vorschriften gehe, weniger um Haltung und Werte. Als Beispiel für unnötige Richtlinien nannte er komplizierte Formulare, die Vertreter deutscher Firmen in französisch ausfüllen müssten, selbst wenn sie nur für eine Reparatur über die Grenze nach Frankreich fahren. Gleichzeitig warnte er vor pauschaler Politiker-Schelte. Sie zerstöre die Lust an der Demokratie. Die Unternehmer forderte Endress auf, sich stärker in der Politik zu engagieren.

Zu neuen WVIB-Präsidiumsmitgliedern wurden der Schonacher Thomas Burger (SBS-Feintechnik) und Bernd Neugart (Neugart) aus Kippenheim gewählt. Neu im Vorstand sind unter anderem Dieter Lebzelter (IMS Gear, Donaueschingen) und Bert Sutter (Sutter, Freiburg). Die 1000 WVIB-Unternehmen beschäftigen 193000 Menschen im Inland.