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01. August 2012

Erkennen, sehen, bearbeiten

Der Künstler Roland Hölderle aus Freiburg stellt derzeit im Winzerhof Ebringen aus.

  1. Der Künstler Roland Hölderle bei der Ausstellungseröffnung. Foto: Frowalt Janzer

EBRINGEN (jan). Auf außergewöhnlich großes Interesse stieß die Eröffnung der 75. Ausstellung: "Zeitgenössische Kunst im Dreiländereck" im Winzerhof Ebringen. Die meist großformatigen Werke auf Holzplatten fordern zu genauerem Betrachten auf, die Farbe lockt, die Details erschließen sich.

Roland Hölderle aus Freiburg-Ebnet stellt im Winzerhof Ebringen Arbeiten aus den letzten zehn Jahren aus. Für seine teilweise expressionistischen Arbeiten verwendet er ungewöhnliche Materialien wie alte Dispersionsfarbe, Lehm, Sägemehl, Steinmehl, Bitumen und Acryl, mit eher sparsamer Farbgebung.

Mit Hölzern, Stoffen, Kartons, Metallen gestaltet er plastische Arbeiten. Durch den kräftigen und pastösen Auftrag der Materialien werden durch Ritzen, Schaben und Abtragen zusätzliche überraschende Effekte erzielt.

Nach der Begrüßung durch Klaus Ruh, Kellermeister und Geschäftsführer des Winzerhofes Ebringen, der den kleinen, aber feinen Weinbetrieb vorstellte, stellte Hans Benesch, der Kurator der Ausstellungen, das Konzept vor, in elf Jahren 75 Ausstellungen, damit habe die Galerie vielen jungen Künstlern ein Podium gegeben. Die Arbeiten von Roland Hölderle sehe er im Bereich Collagen, seine "Flächen und Strukturen" gestalte er aus dem Gefühl, aus dem Bauch heraus. Vom Künstler erfahren die Zuschauer, dass er schon in der Schule vom Fach Bildende Kunst sehr angetan war und großes Lob erfuhr. Anfang der 90er Jahre bekam er Malmaterialien geschenkt, schon bei der ersten Ausstellung habe er etwas verkauft. Er sammelt Materialien auf Spaziergängen in der Natur, auf Schuttplätzen, beim Abbruch von alten Häusern.

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Erkennen, sehen, bearbeiten, die Materialien einzubinden, sei sein kreativer Akt. Als Unterlage verwendet er Holzplatten. In alte Dispersionsfarbe mischt er Sand oder Sägemehl, trägt diese auf und ritzt zum richtigen Zeitpunkt die Strukturen, zieht Linien. So entstehen aussagekräftige Werke. Roland Hölderle stammt aus Neustadt (Schwarzwald). Seit 1993 ist er künstlerisch tätig, seit 2000 lebt und arbeitet er in Freiburg. Die Ausstellung ist zu den Geschäftszeiten des Winzerhofes bis 14. September zu sehen. Ein Zehntel des Verkaufserlöses geht an die Freiburger Straßenschule.

Autor: jan