DSGVO

Erzdiözese stoppt Livestreams aus dem Freiburger Münster – wegen des Datenschutzes

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Fr, 25. Mai 2018 um 12:41 Uhr

Freiburg

An Fronleichnam sollte der Gottesdienst aus dem Freiburger Münster wieder per Livestream im Internet übertragen werden. Doch wegen der DSGVO stoppte die Erzdiözese das Vorhaben.

Seit einigen Jahren gibt es das Serviceangebot: An hohen Feiertagen und zu besonderen Anlässen wie zuletzt der Bischofsweihe überträgt die Erzdiözese Freiburg in Fernsehqualität die Gottesdienste aus dem Münster im Internet. Dafür wurden in der Kathedrale mehrerer Kameras installiert, die sich von einem Regiepult aus hoch oben unter dem Dach der Kathedrale "fernsteuern" lassen.

Alle Beteiligten am Gottesdienst müssten schriftlich einwilligen

Auch für das Pontifikalamt an Fronleichnam war wieder eine Liveübetragung geplant. Doch diese fällt nun aus – mehr noch: Die Erzdiözese stoppt ihr gesamtes Livestream-Projekt. Der Grund ist die neue EU-Datenschutzverordnung (DSGVO) und das daraus resultierende kirchliche Datenschutzgesetz (KDG), das die Datenschutzbeauftragten der Diözesen erarbeitet haben. Das KDG gilt seit dem Donnerstag, das DSGVO seit dem heutigen Freitag. Beiden Gesetzen ist gemein, dass ihnen das sogenannte informationelle Selbstbestimmungsrecht zugrunde liegt. Diese Recht ist ein Aspekt des in Artikel 2 des Grundgesetzes geregelten Allgemeinen Persönlichkeitsrechts.

Im Fall der Live-Gottesdienste aus dem Münster würde das laut Pressemitteilung aus dem Ordinariat bedeuten: Alle Zelebranten, Ministranten, Lektoren, Chorsänger und auch alle Gottesdienstbesucher müssten vorher eine schriftliche Zustimmung zur Übertragung abgeben. Bei Minderjährigen – also zum Beispiel bei den Ministranten – müssten die Eltern sogar jedes einzelne Bild freigeben. "Das ist bei einer Videoübertragung natürlich gar nicht machbar", so Michael Hertl, der Sprecher der Erzdiözese. Hier legen die kirchlichen Datenschutzbeauftragten das DSGVO sehr restriktiv aus.

Erzdiözese ist auf der Suche nach einer Lösung

Wie geht es weiter? Gemeinsam mit den Datenschutzbeauftragten sucht die Erzdiözese nun nach einer rechtssicheren Lösung, wie trotz Datenschutzrecht die Informationsweitergabe möglich sein wird und die Gottesdienste weiter übertragen werden können.