Boser stellt Anbau nicht in Frage

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Fr, 07. Februar 2014

Ettenheim

Bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion überzeugen Gründe und Konzept für eine Erweiterung der Grundschule.

ETTENHEIM. Gut drei Millionen Euro will die Stadt in die räumliche Erweiterung der Grundschule an der Freiburger Straße investieren, um die Schule fit zu machen für den Ganztagsbetrieb. Das geht nicht ohne finanzielle Unterstützung des Landes. Fürsprache von Landtagsabgeordneten aus der Regierungskoalition kann da nur hilfreich sein. Sandra Boser, bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Grünen, hat diese gestern bei einer Visite in Ettenheim Bürgermeister Bruno Metz und der Schulleitung mit Beate Ritter und Heidrun Tschirwa zugesagt.

Schon im Regelschulbetrieb platzt die Grundschule aus allen Nähten. Einmal auf Zweizügigkeit angelegt (zwei Klassen in jeder Klassenstufe) ist die Schule mit 19 Pädagogen und 240 Schülerinnen und Schülern in den Klassenstufen eins bis drei längst dreizügig. Die Folge: Mögliche Raumkapazitäten für Unterricht sind vom Keller bis unters Dach bis auf den letzten Quadratmeter genutzt. "Wir haben zwölf Klassenzimmer, wovon zwei aber deutlich zu klein sind. Es fehlt uns hier schon an Funktions- und Kreativräumen, was im Grundschulbereich besonders wichtig ist", erklärte Grundschulleiterin Heidrun Tschirwa.

Keine Frage, dass für einen Ganztagesschulbetrieb wie er der Landesregierung in ihrer Bildungspolitik vorschwebt, vor diesem Hintergrund die räumlichen Voraussetzungen fehlen. Erste Schritte in Richtung Ganztagesbetrieb hat die Schule über Förderunterricht, verlässliche Grundschule, Hausaufgabenbetreuung in den Nachmittagsstunden derweil schon getan. Auch ein Mittagstisch ist organisiert. Hier musste die Schule wegen der hohen Nachfrage bei Eltern aber schon kräftig improvisieren. Weil die hygienischen Voraussetzungen für Zubereitung und Austeilung einer warmen Mahlzeit zu Mittag für derzeit 40 Grundschülern nicht gegeben sind, gibt es für die Kinder nur kalte Küche. "Bei einem verbesserten Angebot, also einer warmen Mahlzeit, wäre die Nachfrage nach einem Mittagstisch noch höher. Die Nachfrage der Eltern ist jedenfalls hoch mit deutlich steigender Tendenz. Geschätzt würde etwa jedes zweite Kind an der Schule eine warme Mahlzeit einnehmen", erklärte Susanne Jakubeit. Sie ist pädagogische Assistentin und organisiert im Auftrag der Stadt die Betreuung beim Mittagstisch und der verlässlichen Grundschule.

"Was wir derzeit den Eltern anbieten können, ist eine Interimslösung. Pädagogisch sinnvoll und auch für Familien wichtig wäre es, wenn wir schon im Grundschulbereich das Angebot machen können, das wir in der Sekundarstufe bald umsetzen werden," ergänzte Beate Ritter, Leiterin des Bildungszentrums (Biz), zu dem auch die Grundschule gehört. Mit dem Bau der Mensa wird am BiZ in der Bienlestraße gerade begonnen. Bei Sandra Boser regte sich hier kein Widerspruch. Boser: "Ich sehe hier den Bedarf und kann das Projekt nur unterstützen".

Voraussetzung für die Umsetzung des Drei-Millionen-Euro-Projekts als Erweiterungsbau oberhalb des bestehenden Altgebäudes (Baujahr 1910) mit Mensa, Ruheräumen, Klassen-, Kurs- und Bewegungsräumen (insgesamt 380 Quadratmeter neuer Raumfläche) sei allerdings die Förderung durch das Land, betonte Bürgermeister Metz einmal mehr. 584 000 Euro sollen hierbei aus den Fachfördertöpfen Ganztagsschule und Regelschule kommen, noch einmal 400 000 Euro aus dem Ausgleichstock. Die Stadt würde aus eigenen Mitteln dann immer noch die Hauptlast mit gut zwei Millionen Euro tragen. "Ich entscheide nicht über die Anträge, aber ich sage Ihnen politische Unterstützung zu, und werde ein entsprechendes Empfehlungsschreiben an die zuständigen Behörden schreiben, denn ich sehe den Bedarf unabhängig davon, dass Ettenheim schon Förderung für Projekte am Bildungszentrum und am Gymnasium zugesagt ist", erklärte Sandra Boser am Donnerstagnachmittag beim Pressegespräch in der Schule. Bürgermeister Metz: "Danke, das hilft."