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07. Oktober 2016

Ein Beitrag zur Verständigung

Besonderes Konzert des Kirchenchores Münchweier mit Unterstützung von "Cantemus!", einem Orchester und Gesangssolisten.

  1. Dem Komponisten Joseph Haydn ist das Konzert des Kirchenchors Münchweier gewidmet. Foto: dpa

ETTENHEIM-MÜNCHWEIER (BZ). Der Kirchenchor Münchweier lädt am Sonntag, 16. Oktober, 18 Uhr, zu einem besonderen Konzert in die St. Bartholomäus-Kirche in Ettenheim ein. Es werden Werke des Komponisten Joseph Haydn aufgeführt, die sich mit dem Thema Krieg und Frieden befassen .

Joseph Haydn hat bereits im 18. Jahrhundert Werke verfasst, deren Inhalte aktueller denn je sind: Krieg, Vertreibung und die Hoffnung auf Frieden, Recht und Freiheit. Aus dieser Überlegung heraus entstand die Grundidee für das Konzert des Kirchenchores Münchweier, heißt es in der Ankündigung. Das Konzertprogramm soll die künstlerische Auseinandersetzung des Komponisten mit dem Thema Krieg widerspiegeln.

In der "Militärsinfonie" lässt Haydn zusätzlich zur gewöhnlichen Orchesterbesetzung eine "Janitscharenmusik" erklingen, also eine Instrumentengruppe (bestehend aus großer Trommel, Becken, Triangel), die die türkischen Soldaten bei ihren Angriffen auf Wien als Militärkapellen mitführten.

Die "Missa in tempore belli" (Messe in Kriegszeiten, auch als "Paukenmesse" bekannt) entstand zur Zeit der napoleonischen Kriege und zitiert unter anderem im Agnus Dei (dem letzten Satz der Messe, der mit einer Bitte um Frieden – Dona nobis pacem – endet) die zur damaligen Zeit üblichen Marschrhythmen der französischen Militärtrommler.

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Ebenfalls von Joseph Haydn stammt die Melodie des Kaiserliedes, das zunächst als österreichische Nationalhymne diente und ab 1918 auch als deutsche Nationalhymne Verwendung findet. Der Text von Hoffmann von Fallersleben beschreibt den Wunsch, in Einheit (und damit Frieden), Recht (Gerechtigkeit) und Freiheit leben und "im Glanze dieses Glückes blühen" zu können – wichtige Begriffe für die Nachkriegsgenerationen des Ersten und Zweiten Weltkriegs. "Schrecken und Not des Krieges werden uns heute wieder vor Augen geführt durch die Flüchtlinge aus aller Welt, vor allem aber aus Syrien, die in den letzten Monaten und Jahren Zuflucht bei uns gefunden haben", heißt es in der Ankündigung weiter, "für viele von ihnen scheint Deutschland ein gelobtes Land, in dem ’Einigkeit, Recht und Freiheit’ gelebt werden und jeder Mensch sein Glück finden kann." Dass dies nicht immer so war, sollen die im Konzert dargebotenen Werke aufzeigen. Der Kirchenchor Münchweier möchte mit dem Programm einen Beitrag zur gegenseitigen Verständigung leisten. In den Konzerten werden zwischen den Sätzen der Werke Auszüge aus Zeitzeugenberichten von den Türkenkriegen bis zu den Kriegen der Gegenwart rezitiert. Den Abschluss bildet die gemeinsam gesungene Nationalhymne.

Das bereits vierte große Konzert in Folge unter der Leitung von Bernhard Schmidt gestaltet der katholische Kirchenchor gemeinsam mit dem Kammerchor "Cantemus!" aus Gundelfingen und einem groß besetzten Orchester. Außerdem werden wieder professionelle Gesangssolisten aus dem In- und Ausland zu hören sein.

Info: Karten können im Vorverkauf bei Schreibwaren Burger in Ettenheim oder im Weinhof in Münchweier sowie bei allen Aktiven des Chors und an der Abendkasse erworben werden.

Autor: bz