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14. April 2014

Im Sommer soll es spritzig sein

Bei der 16. Ettenheimer Weinmesse waren vor allem frische Sorten gefragt, besonders Weißweine und Seccos.

  1. Fachsimpeleien beim Wein – die Ettenheimer Weinmesse am vergangenen Wochenende Foto: Erika Sieberts

ETTENHEIM. Weinliebhaber möchten immer wieder Neues. Sie bleiben zwar den alten Gewächsen treu, aber eine Weinmesse zum Beispiel ist dazu da, einmal etwas auszuprobieren, was noch keinen Stammplatz im Weinregal hat. Bei der 16. Ettenheimer Weinmesse haben am vergangenen Wochenende zwei Winzergenossenschaften und vier Weingüter zum Probieren eingeladen.

Am Samstagabend waren die meisten Gläser mit Weißwein gefüllt, von den beiden Lagen Ettenheimer Kaiserberg und Münchweirer Kirchberg. Frische und spritzige Weine sind bei sommerlichen Temperaturen gefragt, sagen die Winzer, und in diesem Jahr geht es mit viel Sonne und Wärme los. "Ich habe für diesen Geschmack eine Cuvée zusammengestellt", sagt Andreas Bieselin. Vier Weine hat er dazu verwendet und mit seiner Assemblage einen bukettreichen Sommerwein mit Muskatnote auf die Flasche gezogen, den er "Weinlaune" nennt. Die Sorten, die er dazu verwendet hat, bleiben Geheimnis des Winzers. Sein besonderer Secco ist ein Grauburgunder.

Muskateller und Weißburgunder sind am Stand des Weinguts Isele am meisten gefragt. "Weiße Weine, gerne auch mit feinfruchtiger Note, verlangen die Gäste", bestätigt Florian Isele und vermeidet das Wort lieblich. Selbstverständlich muss heutzutage auch ein Secco im Sortiment sein: I-secco heißt er hier.

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Beim Weingut Jäger ist der Nobling der Wein der Begierde. "Die Weinmesse ist dazu da, etwas auszuprobieren", sagt Winzermeister Joachim Jäger. "Frisch und aktuell soll das Angebot sein, und mit Nobling, Weißburgunder und unserem Secco ’Noblesco’ bedienen wir diese Ansprüche." Die Nachfrage nach Rosé und Rotwein sei an den beiden Messeabenden verhalten. Auch die Winzergenossenschaft Münchweier-Wallburg-Schmieheim spürt den sommerlichen Trend. Der 2012er Auxerrois, Kabinett, trocken ist mit einer Goldmedaille gekürt und geht zu 40 Prozent am Wochenende über den Tisch, sagt Philipp Ernst. "Der Wein passt ideal zum Spargel." Die Seccos der Mitgliedswinzer gibt es in weiß, rosé und rot.

Weißburgunder Premium heißt die Neuigkeit im Weingut Weber. Die Nachfrage nach dem großen Wein des Jahrgangs 2013 sei immens, heißt es am Stand. Das Wein- und Sektgut Weber hat ebenfalls einen Secco im Sortiment, der – wie sollte es anders sein – W-Secco heißt.

"Die Weinmesse ist dazu

da, etwas auszuprobieren."

Joachim Jäger
Muscaris heißt der beliebte Perlwein der Winzergenossenschaft Ettenheim. Ihn ergänzt der Erosecco als rotes Pendant. WG-Vorsitzender Dieter Jörger möchte keinen Wein herausheben. Er schwört auf die ganze Palette der Winzergenossenschaft. Mit den pilzwiderstandsfähigen Sorten (Piwis) sorgt die WG immer wieder für Schlagzeilen, und sie hält viel auf ihre Raritäten, unter denen sich auch ein 2009er Eiswein befindet.

Die Entwicklung im Weinberg und in den Kellern geht Dieter Jörger etwas zu schnell. "Die Weine brauchen mehr Zeit, um ihre Säure in eine gute Fruchtstruktur umzusetzen", sagt er. Dies werde vielen Weinen nicht mehr gewährt, auch weil die Keller wegen der geringen Lesemengen zusehends leer werden. "Ich bin sehr gespannt auf den 2013er-Jahrgang", sagt Jörger. Er präsentiere sich bei der Weinmesse als komplex und vielversprechend. Der 2014er fange bereits früh an zu treiben. Die Trockenheit stelle bei älteren Reben keine Gefahr für die Entwicklung dar. Bei Neupflanzungen könne sie jedoch zum Problem werden.

AUCH DAS NOCH

Vatikan an der Spitze

Für eine heitere Note bei der Eröffnung sorgt Bürgermeister Bruno Metz als Schirmherr der zweitägigen Weinmesse. Seine Recherchen hätten ergeben, dass in Deutschland pro Kopf 27 Liter Wein im Jahr konsumieren und damit weltweit an 27. Stelle liegen würden. Die Pole-Position in diesem Ranking nehme der Vatikan ein. Dort werden im Jahr pro Kopf 66,7 Liter Wein konsumiert.  

Autor: fi

Autor: Erika Sieberts