Präzise und harmonisch

Michael Masson

Von Michael Masson

Do, 05. April 2018

Ettenheim

Ensembles aus Zürich und Freiburg begeistern mit Bach-Werken in der Stadtkirche.

ETTENHEIM. Als hochkarätig waren das Züricher Vocalensemble Consonans und das instrumentale Ensemble für Alte Musik Chapelle de la Vigne aus Freiburg und Gundelfingen zum gemeinsamen Osterkonzert angekündigt. Dabei stand das Osteroratorium "Kommt, eilet und laufet" von Johann Sebastian Bach im Mittelpunkt. 200 Zuhörer wollten sich das Konzert nicht entgehen lassen.

Weil das hochbarocke Werk mit einer damals unüblichen Länge von rund 45 Minuten nicht mehr in einen Gottesdienst passte, jedoch zu kurz für konzertante Darbietungen war, ist es bisher wesentlich unbekannter als etwa Bachs berühmteres Weihnachtsoratorium. Deshalb empfahlen sich Chor und Instrumentalisten unter der Leitung von Bernhard Schmidt zur Einstimmung mit Bachs eher getragenem "Kyrie Eleison", wie sie seit dem 18. Jahrhundert zu Gottesdiensteröffnungen gesungen wird.

Schon bei Bachs Kantate "Gloria in excelsis Deo" sprühte anschließend unverkennbar barocke jubilierende Lebensfreude zum Gotteslob. Von den musikalischen Akteuren vielstimmig und an klassischen Instrumenten samt kleiner Truhenorgel eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht. Dann nahte nach kleiner Stimmpause in der recht kalten Kirche mit dem Osteroratorium der erwartete Höhepunkt.

Jubelnde und erzählende Musik des Barock

Hier zeichneten sich als Solisten die Sopranistin Angelika Lenter und Altistin Lena Sutor-Wernich als Maria Jacobi und Maria Magdalena aus. Ebenso eindrucksvoll Tenor Fabian Strotmann als Petrus und Bassist Alexander Schmidt als Johannes beim thematischen Geschehen um die zu feiernde Auferstehung Jesu.

Ob barock jubelnd oder erzählend getragener agierend: Den hohen stimmlichen Anforderungen wurden die Solisten ebenso perfekt gerecht wie das gesamte 26-köpfige Züricher Vokalistenensemble.
Die begleitenden Freiburger Instrumentalisten, 14 an der Zahl, müssen nicht namentlich hervorgehoben werden: Sie beeindruckten mit konzertanter Ausdruckskraft und Präzision, harmonierten perfekt mit dem Chor.

Mit kraftvollem Bach’schem "Sanctus" setzten Chor und Instrumentalisten schließlich einen höchst beeindruckenden Schlusspunkt unter ihr abendliches barockes Osterkonzert. Die ergriffenen Zuhörer dankten mit Schlussapplaus im Stehen.

Möglich gemacht hatte das Konzert der katholische Kirchenchor Heilig Kreuz Münchweier. Seit Jahren arbeitet der Chor musikalisch mit Bernhard Schmidt zusammen. Chormitglieder waren über die Ostertage Gastgeber des Zürcher Vocalensembles, das zur Vorbereitung auf zwei Konzerte in Zürich am Ostermontag ein Probenwochenende nach Münchweier verlegt hat (wir berichteten). Am Ostersonntagmorgen gestalteten die beide Chöre einen Gottesdienst in Münchweier, am Abend dann waren die Münchweier selbst Gast beim Konzert in der Stadtkirche St. Bartholomäus.

Wer wollte, konnte nach dem Osteroratorium im katholischen Pfarrzentrum neben der Stadtkirche mit den Interpreten und den Gastgebern aus Münchweier bei einem Glas Sekt entspannt noch ein wenig plaudern.