Pädophilenring im Breisgau

Kindesmissbrauch: Experte nimmt auch die Schulen in die Pflicht

dpa

Von dpa

Sa, 13. Januar 2018 um 14:48 Uhr

Südwest

Der Missbrauchbeauftragte Johannes-Wilhelm Rörig nimmt Schulen in die Pflicht, Kindesmissbrauch frühestmöglich zu erkennen und so zu verhindern. USA als Beispiel?

"Die Schule ist der einzige Ort, wo wir wirklich alle Kinder erreichen können", sagte der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Deutschen Presse-Agentur.

Der Beauftragte reagierte damit auf den aufgedeckten Missbrauchsfall im Breisgau, bei dem eine Frau Ermittlungen zufolge ihren neunjährigen Sohn mehr als zwei Jahre lang für Vergewaltigungen verkauft hat.

Frühe Bekämpfung wichtig

"Dass Kinder im Netz angeboten werden, passiert weltweit tausendfach. Das ist nur die sichtbare Spitze des Eisbergs", sagte Rörig. Kindesmissbrauch werde es leider immer geben, aber es könne viel mehr dagegen getan werden. Am wichtigsten sei daher die frühe Bekämpfung.

Mehr Investitionen in die Präventionsarbeit

Rörig fordert mehr Investitionen in die Präventionsarbeit an Schulen. Schulen sollten Kindern Gesprächsmöglichkeiten anbieten und besser darüber aufklären, was sexueller Missbrauch eigentlich sei. Viele Kinder könnten selbst nicht richtig einordnen, was normal sei und was nicht, sagte der Beauftragte. Versuche in den USA zeigten, dass die Zahl der Missbrauchsfälle mit entsprechenden vorbeugenden und rechtlichen Maßnahmen um bis zu 60 Prozent verringert werden könne.

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