Betrugsskandal und Festnahmen in Belgien

dpa

Von dpa

Fr, 12. Oktober 2018

Fussball

Zwei Erstligaspiele wurden möglicherweise manipuliert.

BRÜSSEL (dpa). Der massive Betrugsskandal im belgischen Fußball weitet sich aus. Spielmanipulationen, Betrug und Geldwäsche: So lauten die Vorwürfe der Bundesstaatsanwaltschaft gegen namhafte Gesichter der Branche. 44 Gebäude wurden in Belgien durchsucht, 29 Personen hat die Polizei festgenommen. Die Staatsanwaltschaft äußerte zudem den Verdacht, dass zwei Erstliga-Partien der Saison 2017/2018 manipuliert worden seien. Es habe sich um Manipulationen im Abstiegskampf zu Gunsten des FC Mechelen gehandelt.

Unter den Festgenommenen befanden sich den Angaben zufolge Spielerberater, Schiedsrichter und andere Verantwortliche. Wie viele der Verdächtigen mittlerweile wieder auf freiem Fuß sind, war am Donnerstagnachmittag zunächst unklar. Gegen fünf Menschen wurde Anklage erhoben. In vier Fällen besteht laut Staatsanwaltschaft der Verdacht auf Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation und Korruption. Schlüsselfiguren der mutmaßlichen Affäre sind laut Medien unter anderem die Spielerberater Mogi Bayat und Dejan Veljkovic. Beide waren bei einer spektakulären Großrazzia am Mittwoch festgenommen worden. Auch Ivan Leko, Coach von Borussia Dortmunds Champions-League-Gegner FC Brügge, musste die Nacht auf Donnerstag in Haft verbringen. Der belgische Nationalspieler Vincent Kompany kommentierte die Vorfälle mit drastischen Worten. "Die Verbindung zu Praktiken im Menschenhandel, Drogenhandel oder der Prostitution – wo eine Menge Geld zirkuliert – ist sehr eng", sagte er.