"Viele haben sich bedankt"

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Di, 08. Januar 2019

Fussball

DREI FRAGEN AN: Dirk Ostermann, Sportlicher Leiter beim FC Ottenheim, zum Hallenturnier in der Rheinauenhalle.

FUSSBALL. Das Hallenturnier des FC Ottenheim wurde am Wochenende ausgetragen. Nachdem am Freitag, 28. Dezember, beim Betriebsmannschaftsturnier ein Spieler gestorben war, hatte sich der Verein dazu entschlossen, die Veranstaltung am darauf folgenden Wochenende in reduzierter Form auf rein sportlicher Ebene anzubieten. Darüber hat sich Uwe Schwerer mit Dirk Ostermann (29), dem Sportlichen Leiter beim FCO, unterhalten. Ostermann ist Torwart, er nahm als aktiver Fußballer selbst am Turnier teil.

BZ: Am Wochenende wurde in der Ottenheimer Rheinauenhalle wieder gekickt. Im Nachhinein betrachtet: War dies die richtige Entscheidung?

Ostermann: Wir haben nach diesen tragischen Vorfall sofort eine Vorstandssitzung abgehalten und dabei darüber gesprochen, wie wir in diesem Fall verfahren wollen. Dabei sind wir zum Schluss gekommen, dass es richtig ist, das Turnier fortzusetzen. Wir haben das aber in einem respektvollen Rahmen getan. Gesellige Veranstaltung rund um den Sport haben wir heruntergefahren, außerdem haben wir in der Rheinauenhalle eine Trauerecke mit Kondolenzbuch und einem Kreuz eingerichtet. Die Vertreter vieler Vereine, die zu uns gekommen sind, haben sich danach bei uns dafür bedankt, dass wir das Turnier nicht abgesagt haben, zum Beispiel die Trainer und Betreuer von rund 100 Jugendlichen, die in Ottenheim gespielt haben.

BZ: Wie bewerten Sie das sportliche Niveau beim Hans-Peter-Oberle-Gedächtnisturnier der Aktiven?

Ostermann: Wichtig für uns war, dass die Spiele in einem fairen Rahmen verlaufen. Das hat zu unserer Zufriedenheit sehr gut geklappt. Auch das sportliche Niveau war ansprechend. Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass wir namhafte Mannschaften wie den Bahlinger SC und den Offenburger FV dabei hatten. Angesichts dessen, dass es immer schwerer wird, solche Turnier ordentlich zu besetzen, ist das sehr positiv.

BZ: Woran liegt das? Sind Hallenturniere denn nicht attraktiv?

Ostermann: Viele Fußballer fürchten die Gefahr von Verletzungen. Andere wiederum möchten einfach die Winterpause genießen und sich erholen, bevor es mit den Punktspielen im Freien weitergeht. Wieder andere fahren über die Festtage in Urlaub. So gesehen, dürfen wir mit der Besetzung sehr zufrieden sein.

Der Tod des 30-jährigen Mannes beim Betriebsmannschaftsturnier hatte "natürliche Ursachen". Dies teilte die Pressestelle der Polizei in Offenburg auf Anfrage mit.