Aufstieg mit Pauken und Trompeten

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Mo, 19. Juni 2017

Kreisliga Ortenau

Die geplante Rückkehr des FC Ottenheim in die Kreisliga A wird am Sonntag besiegelt – vor rund 1 400 Zuschauern.

FUSSBALL Aufstiegsspiel zur Kreisliga A: FC Ottenheim – FV AtaSpor Offenburg 3:0 (1:0). Am Sonntag machten die Ottenheimer den Wiederaufstieg vor toller Kulisse mit einem sicheren Heimsieg perfekt. Sie hatten sich am Ende in beiden Aufstiegsduellen durchgesetzt. Am verdienten Erfolg des FCO gab es nichts zu rütteln.

Die Zuversicht war fast mit Händen greifbar beim FC Ottenheim. Bernd Karkossa, zweiter Vorsitzender und Sponsor des Vereins, wollte unbedingt die Toten-Hosen-Hymne "Tage wie diese" hören – nicht hinterher, sondern noch vor dem Einlaufen der beiden Teams. Dieser Optimismus erwies sich hernach als fundiert. Man durfte den Eindruck gewinnen, der halbe Ort war an diesem heißen Tag in blauen Trikots oder Shirts zum Fußballplatz in den Rheinauen gepilgert, um ein besonderes Ereignis mitzuerleben. Der Musikverein war mit einer kleinen Abordnung vertreten: Ein Aufstieg mit Pauken und Trompeten.

Es war ein sehr reizvolles Aufeinandertreffen zweier sehr unterschiedlicher Vereine: auf der einen Seite der Dorfverein, in dem nur Ottenheimer kicken, worauf der FCO-Vorsitzende Lutz Weide hinwies. Auf der anderen der türkische Club aus der Kreisstadt, gespickt mit Einwanderern der dritten Generation.

Die Ottenheimer hatten nach dem 1:0-Sieg beim Hinspiel in Offenburg die Bürde des Favoriten, doch die Gäste bauen auf sehr prominente Unterstützung. Martin Wagner, der aus Offenburg stammende Ex-Nationalspieler und WM-Teilnehmer, wirkt beim FV AtaSpor als "Projektbegleiter", wie er es selbst nennt. Er engagiert sich beim Training, gibt sportliche Tipps, teilt seinen Erfahrungsschatz.

"Ich will einen Beitrag

zur Integration leisten."

Martin Wagner
"Ich bin in Stegermatt und im Uhlgraben mit solchen Jungs aufgewachsen, ich will sie unterstützen und damit einen Beitrag zur Integration leisten", sagte er vor dem entscheidenden Spiel um den Aufstieg. "Ich kenne die Trainer Aytac Kaya und Selim Sengül noch aus ihrer Zeit beim Offenburger FV." Wagners Fachwissen reichte am am Sonntag indes nicht.

Die Ottenheimer wirkten zunächst spielerisch reifer und ruhiger. Vor allem Ferdinand Weide, ehemaliger A-Junioren-Bundesligaspieler des FC Augsburg, sorgte für Unruhe im Deckungsverband der Gäste. Zunächst scheiterte er (7.) knapp mit einem Freistoß aus 20 Metern. Kurz darauf wurde er im Strafraum bei einem feinen Solo von den Beinen geholt. Den Elfmeter verwertete Joshua Pickering. Diese frühe Führung änderte indes wenig: die Gäste hätten ohnehin einen 2:1-Sieg zum Aufstieg benötigt. Eine Trinkpause, von Schiedsrichter Dusch wegen der tropischen Verhältnisse angeordnet, wurde dankbar angenommen.

Der FCO kombinierte etwas sicherer und erspielte sich weitere gute Gelegenheiten: Georg Wilhelm (25.) traf den Pfosten, Ferdinand Weide (28.) verzog nur knapp, Sven Wahles Direktabnahme (31.) entschärfte Gästetorhüter Coskun Nacar mit einer tollen Fußabwehr.

Danach machten die Offenburger den Versuch, die Partie in den Griff zu bekommen. Sie tauchten nun öfter vor dem gegnerischen Strafraum auf, doch die großen Chancen ergaben sich nicht. Nach der Pause war der FCO wieder eine Viertelstunde lang am Drücker, bevor die Gäste eine wenige Minuten dauernde Drangphase hatte. Dabei ergaben sich Schusschancen. Doch die Versuche der Ata-Spor-Spieler wurden von der FCO-Abwehr geblockt oder sie waren zu ungenau. Mit fortschreitender Spieldauer schwanden die Hoffnungen der Gäste, die FCO-Fans gerieten in Feierlaune. Mit dem 2:0 durch Tom Schlenker (80.) waren alle Fragen beantwortet. Der dritte Treffer war nur noch eine Zugabe. Dann brach der große Jubel los.

Für Vereinschef Lutz Weide war die Rückkehr des FCO in die Kreisliga A ohnehin die Folge einer logischen Entwicklung: "Keine Frage: Wir gehören von den Fans und den sportlichen Voraussetzungen einfach dort hin."

FC Ottenheim: Ostermann, Spathelfer, Mittag, Wahle (87. Arndt), Krieg (5. J. Pickering), Schnak, Wilhelm, Schlenker, Grether, Karkossa, Weide (90. G. Pickering).

AtaSpor Offenburg: Nacar, F. Bagcaci, Ibis, Dökme (55. M. Bagcaci), Keskin (58. Güldüren), Senbgül, Tasan, Aydogan (46. Ünlü), Sayilica, Benamar, Bektasli.

Tore: 1:0 J. Pickering (Foulelfmeter, 9.).

Schiedsrichter: Dusch (Kehl). Zuschauer: 1 400.