"Das Außenrum ist genauso wichtig"

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Mo, 19. November 2018

Kreisliga Ortenau

BZ-INTERVIEW ZUM SPIELTAG: mit Christoph Burger, Spielertrainer des SV Schmieheim, nach einer Niederlage im Ortsderby.

FUSSBALL Kreisliga B, Staffel 4. Im Kippenheimer Derby zogen die Kicker aus dem Ortsteil Schmieheim den Kürzeren und rutschte auch in der Tabelle hinter den SV Kippenheim. Trotzdem bleibt man beim SV Schmieheim tiefenentspannt, wie Spielertrainer Christoph Burger im Gespräch mit Wolfgang Künstle berichtet, denn die Zukunft ist in trockenen Tüchern.

BZ: Eine Niederlage im Ortsderby – wie ärgerlich ist das für Sie?

Burger: Das ist okay. Klar möchte man immer gewinnen, doch im Hinspiel waren wir die Sieger – es war das erste Mal in 27 Jahren, dass Schmieheim überhaupt gegen Kippenheim gewonnen hat. Nun hat jeder sein Heimspiel gewonnen – damit können wir leben, zumal ich auch hier viele Freunde habe. Natürlich herrscht auf dem Platz eine Rivalität, aber hinterher muss man sich die Hand schütteln. Es gibt Wichtigeres.

BZ: Wie kam es zu der Niederlage?

Burger: Vor drei Wochen hat Halil Örücü, mein bisheriger Co-Trainer, den Verein verlassen und zehn Spieler mitgenommen. Da ist es nicht einfach, zwei Mannschaften aufzustellen, gerade, wo jetzt in der kalten Jahreszeit noch einige krank sind. Da hat man kaum Möglichkeiten, zu wechseln.

BZ: Was sind die Ziele des SV Schmieheim in dieser Saison?

Burger: Wir möchten das nächste Spiel gegen den FC Lahr-West gewinnen und den Anschluss an die Spitzengruppe halten. Wenn wir dann am Ende Vierter oder Fünfter wären, wär’ das super.

BZ: Der SVS war ja jahrelang Tabellenletzter in der Staffel V, doch seit zwei Jahren geht’s aufwärts. Was hat sich verändert?

Burger: Mein Vorgänger Vitali Sobnin, bei dem ich Co-Trainer war, hat vieles ins Rollen gebracht. Es gab nur noch elf Spieler, der Verein stand kurz vor der Auflösung. Wir haben uns mit vielen Spielern zusammengesetzt, ihnen unser Konzept erklärt. So bekamen wir einige Neuzugänge und haben irgendwann eine zweite Mannschaft stellen können. So wurde die Situation Stück für Stück besser.

BZ: Was muss als Nächstes besser werden in Schmieheim?

Burger: Wir müssen künftig viel am Trainingsplatz arbeiten. Eine neue Flutlichtanlage ist fällig, die alte ist inzwischen einfach zu dunkel. Wir rechnen da schon mit einer Summe von 25 000 bis 30 000 Euro. Vor einem halben Jahr haben wir uns einen Rasenroboter gekauft, auf den wir sehr stolz sind. Ich finde, das Außenrum ist genauso wichtig wie die Mannschaft selbst, der Verein steht an oberster Stelle.

BZ: Was sind die sonstigen Pläne für die Zukunft?

Burger: In der Winterpause kommen drei weitere Neuzugänge zu uns. Und mein Vorgänger Valeri Sobnin wird wieder als Trainer übernehmen. Ich baue in Kippenheim ein Hotel, das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, dazu kommt die Familie mit zwei Kindern. Bevor ich etwas nicht mehr hundertprozentig machen kann, gebe ich es ab. Wie gesagt hat Vitali schon viel bewegt hier im Verein. Ich werde dann sein Co-Trainer.

BZ: Nach dem bisherigen Aufschwung – träumt man in Schmieheim davon, die Kreisliga B irgendwann zu verlassen?

Burger: Vorerst sicher nicht. Man muss immer überlegen, wo man herkommt. Wenn wir uns in den nächsten drei Jahren unter den ersten fünf einreihen können, dann wäre das schon ein schöner Erfolg. Bevor man hoch möchte, muss man zeigen, dass man eine Weile vorne mitspielen kann. Was hilft es, aufzusteigen und dann ständig zu verlieren? Da ist es manchmal besser, unten zu bleiben und einfach Spaß am Fußball zu haben.