Landesliga-Spitzenspiel im Villinger Friedengrund

Annemarie Zwick und Jürgen Ruoff

Von Annemarie Zwick & Jürgen Ruoff

Fr, 14. September 2018

Landesliga Staffel 3

Der Erste FC 08 Villingen II trifft auf den Vierten FC Bad Dürrheim / FC Löffingen will gegen Letzten nicht wieder auf die Nase fallen.

FUSSBALL-LANDESLIGA. Siege steigern das Selbstbewusstsein. Triumphe in engen, umkämpften Spielen sind angeblich noch ergiebiger für das Selbstvertrauen. Insofern hat der FC Löffingen am vergangenen Wochenende mit dem 4:3-Erfolg in Stockach sehr viel für das Selbstverständnis getan. Was nun im Heimspiel gegen den SC Markdorf zu beweisen wäre. Das Landesliga-Spitzenspiel steigt am Samstag in Friedengrund: Tabellenführer FC 08 Villingen II trifft auf den Vierten FC Bad Dürrheim. Beide Teams sind noch unbesiegt in dieser Runde.

FC Löffingen – SC Markdorf (Sonntag, 15 Uhr). Gefallen hat dem Löffinger Trainer Uli Bärmann, dass seine Mannschaft nach mäßiger erster Halbzeit im zweiten Durchgang eine Reaktion gezeigt und sich deutlich gesteigert hat. Die Rothosen spielten in den zweiten 45 Minuten mit mehr Leidenschaft und Intensität. Lohn war der erste Auswärtssieg in dieser Saison. Es war nicht das erste Mal, dass sich die Löffinger nach schwachem Start im Verlauf eines Spiel gesteigert haben, "keine schlechte Eigenschaft", findet Bärmann. Was er in der ersten Halbzeit teilweise zu sehen bekam, hat ihm allerdings nicht gefallen: "Die Mannschaft hat nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten", sagt Bärmann, "wir haben zu langsam gespielt und den Ball zu lange gehalten".

Am Sonntag bekommen es die Roten im Haslachstadion mit dem Tabellenletzten SC Markdorf zu tun. Schon einmal in dieser Saison sind sie bei einer ähnlichen Konstellation auf die Nase gefallen: Der FC Singen kam als Tabellenletzter nach Löffingen und fuhr mit drei Punkten heim. Das soll nicht noch einmal passieren. Bärmann hat das Thema bereits angesprochen, die Gefahr des Unterschätzens hält er für gering: "Wir sind gewarnt." Der Löffinger Coach hat bisher jedoch die Erfahrung gemacht, dass viel auf die Tagesform ankommt: "In schlechter Form können wir gegen jede Mannschaft verlieren und in guter Form gegen jede gewinnen." Das Rätselraten, welche Leistung die Mannschaft auf den Platz bringt, beginnt deshalb jedes Wochenende von Neuem. Die Langzeitverletzten David Baumann und Alexander Kornienko stehen nicht zur Verfügung, hinter dem Einsatz von Marco Bürer steht aufgrund von Knieproblemen ein Fragezeichen.

FC 08 Villingen II – FC Bad Dürrheim (Samstag, 17.30 Uhr). Im Spitzenspiel treffen zwei der drei noch unbesiegten Landesligisten aufeinander. Während Spitzenreiter Villingen noch keinen Punkt abgab, kamen die Kurstädter zuletzt dreimal in Folge nicht über ein Remis hinaus und rutschten dadurch auf Rang vier ab. Wer ist Favorit? Marcel Yahyaijan lacht, "gute Frage", sagt er dann und fügt hinzu, dass er ein ausgeglichenes Spiel erwartet. Weil jede Mannschaft ihre Stärken habe. Beim FC Bad Dürrheim seien das die erfahrenen Spieler wie Schwer, German und Schaplewski: "Die können den Unterschied ausmachen", sagt der Villinger Trainer. In puncto Erfahrung könne seine junge Mannschaft nicht mithalten. Für sie spreche die bislang makellose Bilanz – "fünf Spiele, fünf Siege" –, "wir sind spielerisch gut drauf und die Einstellung passt". Wenn diese im Friedengrund so gut sei wie zuletzt beim Kantersieg in Neustadt, dann sieht Yahyaijan "gute Chancen" für den nächsten Erfolg seiner Nullachter. Zur schwachen Chancenverwertung der Bad Dürrheimer in den jüngsten Spielen sagt er, "da schenken wir uns nicht viel". Hätte seine Elf alle sich bietenden Torgelegenheiten genutzt, hätte sie etwa gegen Markdorf zweistellig gewonnen, erklärt er. Im Derby gegen die Kurstädter werde wohl die bessere Tagesform entscheiden.

DJK Donaueschingen – FC Schonach (Sonntag, 15 Uhr). Ganz gegen ihre Gewohnheit ist die DJK gut in die Saison gestartet. Was auch daran liege, dass diesmal etliche Spieler ihre Urlaubsplanung auf den Fußball abgestimmt hätten. Beim 1:0 in Dettingen, dem vierten Sieg in Folge, sah Olaf Kurth eine "hervorragende Leistung" der Allmendshofener. Der Co-Trainer leitete diese Woche am Montag und Mittwoch die Übungseinheiten, weil Tim Heine beruflich unterwegs war. Solche knappen Erfolge brauche man, "um mit vorne dran zu bleiben", weiß Kurth. Den positiven Lauf möchte der Tabellenfünfte mit einer weiteren überzeugenden Leistung im Heimspiel gegen die Schonacher fortsetzen. Der FC sei durch den Trainerwechsel und den personellen Umbruch "etwas unberechenbarer geworden", das mache die Aufgabe für die Gegner ein bisschen schwieriger, so Kurth. Zum Abschlusstraining ist Heine zurück, danach wird über die Aufstellung beraten. Kapitän Heitzmann und Schneider sind zurück. Künstler und Ganter sind angeschlagen, bei beiden ist noch fraglich, ob sie am Sonntag einsatzfähig sind.

FC Furtwangen – FC Hilzingen (Samstag, 15 Uhr). Seit drei Spieltagen sind die Furtwanger nun unbesiegt, auch wenn’s immer nur zu einem Punkt reichte. Das jüngste Remis beim damaligen Tabellenführer FC Überlingen war ein "gefühlter Sieg", bestätigt Trainer Markus Knackmuß. In der zweiten Halbzeit habe seine Mannschaft zwar "nicht mehr ganz so mutig" gespielt, aber defensiv sehr gut gestanden. Und ohne die Dezimierung durch Johannes Wehrles Ampelkarte nach einer guten Stunde Spielzeit hätte die Führung der Bregtäler womöglich gar zum ersten Saisonsieg gereicht. In Unterzahl gerieten sie jedoch immer stärker unter Druck, so dass Knackmuß am Ende "froh um den Punkt" war. Von den punktgleichen Hilzingern, die fünf ihrer sechs Spiele verloren haben, in der Tabelle aber zwei Plätze vor dem Vorletzten stehen, erwartet der Furtwanger Trainer, dass sie "tief stehen und mit Kontern Nadelstiche setzen" werden. Deshalb dürfe sein Team den Gästen nicht viel Raum bieten. Neben dem gesperrten Wehrle fehlen weiterhin Meier und Staudt, dafür kann Knackmuß wieder mit Fichter planen.