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20. Juli 2012

Federleicht, tänzerisch, springlebendig

Die erst achtjährige Sophie Bühler aus Öflingen glänzte als Solistin mit ungarischem Orchester.

  1. Sophie Bühler spielte wie ein alter Hase. Foto: Roswitha Frey

WEHR-ÖFLINGEN. Drei jugendliche Geigensolistinnen im Alter von acht bis 15 Jahren setzten die Glanzlichter beim Benefizkonzert des ungarischen Kammerorchesters Szekszárd in der Kirche St. Ulrich in Öflingen am Mittwoch. Für die Jüngste, die achtjährige Sophie Bühler aus Öflingen, war es ein Heimspiel.

Die begabte Nachwuchsgeigerin, seit zwei Jahren Schülerin von Josef Polyak, trat mit zwei Stücken auf. Ohne sich eine Spur von Lampenfieber anmerken zu lassen, stand das hübsche blonde Mädchen im rosafarbenen Kleid vor dem Publikum und spielte ganz konzentriert, schön und sauber im Ton den ersten Allegro-Satz aus dem Konzert für Violine und Orchester D-Dur von Hans Millies. Freudig lächelnd und mit einer artigen Verbeugung bedankte sich die Geigenschülerin für den herzlichen Applaus.

Eine weitere Kostprobe ihres bemerkenswerten Talents gab sie im entzückenden "Elfentanz" von Ezra Jenkinson, einem reizenden Stück, dessen federleichte, tänzerische, springlebendige Effekte ihr sehr gut gelangen. Es war bereits Sophies zweiter Auftritt mit einem Orchester, und ihre Eltern, die in der ersten Reihe saßen, hatten wie Lehrer Josef Polyak allen Grund zur Freude.

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Begleitet wurde Sophie Bühler vom Orchester unter der Leitung von Lajos Földesi, das in der Region auf Sommertournee ist. Mit dabei: zwei Jungstudentinnen von Professor Földesi an der Liszt-Akademie in Budapest. Die 14-jährige Vanessa Korb und die 15-jährige Eszter Kökény begeisterten in anspruchsvollen Virtuosenstücken mit staunenswertem spieltechnischem Können. Korb glänzte in Henri Wieniawskis Rondo élégant mit brillantem Ton, virtuosem Schwung und bestechender Intonationsreinheit. Tonschön, mit weichem Geigenschmelz spielte sie die herzergreifende Melodie von Gluck.

Ebenso viel Eindruck machte Kökény in der rhythmisch zündend, temperamentvoll und mit virtuosem Elan gespielten Caprice Basque von Pablo de Sarasate und der ebenso bravourös hingelegten Scherzo-Tarantella von Wieniawski. Hingebungsvoll spielte Kökény das Cantabile von Paganini, getragen vom warmem Streicherklang des Orchesters. Mit einem Violin-Duett bedankten sich die beiden Geigerinnen für den großen Beifall. Ebenso viel Beifall bekam der Cellist Artur Kövi für sein expressives, elegisches, mit viel Emotion gespieltes Orchesterstück.

Aparten Klangzauber von Sopran, Harfe und Violine gab es im ersten Programmteil zu hören. Die Sopranistinnen Sabine Hiller-Dürk und Eva Csapo entfalteten in Liedern, Arien und Duetten aus Barock, Klassik und Romantik die Schönheit und Ausdruckswärme ihrer Stimmen, begleitet von der elegant spielenden Harfenistin Andrea Kocsis und dem Geiger Lajos Földesi. Zum Schlussapplaus nahmen die Musiker die junge Sophie Bühler in ihre Mitte.

Autor: Roswitha Frey