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24. August 2011 16:10 Uhr

Zu wenig Pfarrer im Hochschwarzwald

Keine Messen in der Feldbergkirche

HOCHSCHWARZWALD. In der Feldbergkirche Verklärung Christi werden bis auf weiteres keine Messen mehr gefeiert. Dies ist die Konsequenz aus der momentanen Priestersituation in der Seelsorgeeinheit Östlicher Hochschwarzwald, in der die Pfarrgemeinden Feldberg, Lenzkirch und Schluchsee zusammengefasst sind. Mit dem Patrozinium am 6. August ging die Ära der bisher regelmäßig um 17 Uhr stattfindenden Samstagabendmessen vorerst zu Ende.

Im Gespräch mit der Badischen Zeitung erklärte der Leiter der Seelsorgeeinheit, Pfarrer Johannes Buchmüller die Hintergründe, die im Pfarrgemeinderat Feldberg zu der Entscheidung geführt hatten.

Mit dem Bau der mit 250 Sitzplätzen ausgestatteten Feldbergkirche Anfang der 60er-Jahre hatten die damals Verantwortlichen neben der Seelsorge für die Einheimischen auch den Tourismus am Feldberg mit mehreren hunderttausend Besuchern jährlich im Blick. Die auf 1250 Metern höchstgelegene Pfarrkirche Deutschlands mit ihrem modernen Baustil aus Beton und Glas war und ist ein Anziehungspunkt. Die damals selbständige Pfarrgemeinde Feldberg wurde anfangs sogar von einem eigenen Pfarrer betreut, der im Pfarrhaus neben der Kirche wohnte. An den Wochenenden fanden drei Gottesdienste statt, die bis in die 80er-Jahre mit jeweils 800 Kirchgängern gut besucht waren. Viele der Besucher kamen auch damals schon von auswärts, aus Bernau, Menzenschwand und dem Wiesental. Oft machten auch Ausflugsgruppen in der Feldbergkirche Station. Als die Gottesdienstbesucher weniger wurden, betreute der jeweilige Pfarrer der Gemeinde Altglashütten die Feldbergkirche mit, 2002 wurden die Gemeinden Feldberg-Ort und Altglashütten dann zur Pfarrgemeinde St. Wendelin Feldberg zusammengelegt. In der jetzigen Seelsorgeeinheit, in der sechs Pfarrkirchen in Lenzkirch, Kappel, Saig, Schluchsee, Altglashütten und auf dem Feldberg sowie zwei Filialkirchen in Schluchsee-Blasiwald und Lenzkirch-Grünwald bestehen, ist die Gemeinde Feldberg die einzige mit zwei Pfarrkirchen. Angesichts der "nur" 1 000 Feldberger Katholiken und der Tatsache, dass die Zahl der Messebesucher von außerhalb in der jüngsten Vergangenheit drastisch nachließ, zeigte der Pfarrgemeinderat Feldberg Verständnis dafür, dass die Einstellung der Messen in der Feldbergkirche der Reduzierung der Messen in den anderen fünf Pfarrkirchen vorzuziehen sei. Die Erkenntnis, dass von November bis Palmsonntag bei Zählungen nur bis zu 18 Personen im Schnitt registriert wurden, war schon zuvor mit ein Grund gewesen, dass die Gottesdienste den Winter über in die Herz-Jesu-Kapelle des Caritashauses verlegt wurden.

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In fünf Pfarrkirchen wird regelmäßig Eucharistie gefeiert

Bereits 2008 hatte sich der Gemeinsame Ausschuss mit der Situation befasst, die jetzt eingetreten ist. Der damals gefasste Beschluss wurde vorsorglich getroffen für den Fall, dass sich die Zahl der Priester in der Seelsorgeeinheit verändert beziehungsweise einer oder mehrere nur noch eingeschränkt tätig sein können. Neben dem Leiter der Seelsorgeeinheit, Pfarrer Johannes Buchmüller und dem als Kooperator fungierenden Mitpriester Fridolin Matt, ist bislang der im Ruhestand befindliche Pfarrer Eugen Storm mit vollem Einsatz als Subsidiar tätig, außerdem hilft Ruhestandspfarrer Franz-Georg Kast aus. Gesundheitliche Beeinträchtigungen zwangen in jüngster Vergangenheit Pfarrer Storm und Pfarrer Matt dazu, kürzer zu treten. Beide Priester werden am Sonntag künftig nur noch eine Messe halten können. Mit seinem Beschluss legte der Ausschuss damals fest, dass zumindest in fünf Pfarrkirchen regelmäßig sonntags Eucharistie gefeiert werden kann. Priorität haben Lenzkirch und Schluchsee, in Schluchsee ist der Besuch samstagabends und sonntagmorgens gut. In den Filialkirchen Grünwald und Blasiwald müssen die Sonntagsgottesdienste reduziert werden. Wobei in Blasiwald bei 200 Katholiken im Schnitt 40 Gottesdienstbesucher gezählt werden. Hier werden anstelle von acht künftig nur noch sechs Messen gehalten werden, in der Regel einmal im Monat.

Die extreme Witterung nagt an der Bausubstanz

Bezüglich der Einschränkungen in der Feldbergkirche weist Pfarrer Johannes Buchmüller auf die positiven Aspekte hin. Die Kirche werde sicher weiterhin genutzt und ihre Unterhaltung auch von der Erzdiözese Freiburg gefördert, was dringend notwendig ist, da die extreme Witterung ihren Tribut an der Bausubstanz fordert. Das Gotteshaus steht tagsüber jedem offen und das wird auch gern genutzt, wie anhand der Eintragungen in dem ausliegenden Fürbittbuch zu erkennen ist. Wortgottesdienste, wie die sonntäglichen ökumenischen Taizé-Gebete, die von Juni bis Oktober von durchschnittlich 100 Gläubigen besucht werden, werden auch weiterhin stattfinden. Nach wie vor wird einmal im Jahr an Patrozinium eine Messe gefeiert, außerdem am jeweils zweiten Weihnachts-, Oster- und Pfingstfeiertag. Donnerstags finden außerdem in der Caritashauskapelle Wortgottesdienste für Familien statt.

Autor: Roswitha Klaiber