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29. August 2015

"Keine Zeit zum Ausruhen"

BZ-INTERVIEW mit Hans Peter Reeb von der Firma info-tech solutions zu seinem Großauftrag.

  1. Der Geschäftsführer der Feldberger Firma info-tech solutions hat einen Großauftrag des Landes Hessen an Land gezogen. Foto: Tina Hättich

FELDBERG. Seit beinahe 20 Jahren ist die Feldberger Firma info-tech solutions am Markt und ist in dieser Zeit im Bereich der Telematik im kommunalen Bereich stetig gewachsen. Nun ist es dem Geschäftsführer Hans Peter Reeb nach langen Vorbereitungen gelungen, einen Großauftrag des Bundeslandes Hessen an Land zu ziehen. BZ-Mitarbeiterin Tina Hättich hat sich mit ihm über die Firmenphilosophie, verschobene Urlaubspläne und die Auswirkungen auf die Gemeinde unterhalten.

BZ: Wie stellt sich der Laie die Technik vor, die Sie anbieten?
Reeb: Wir bieten durch unsere anspruchsvolle Entwicklung alles aus einer Hand: Vom Tablet für Kontrollaufgaben und einer zugehörigen App bis hin zu hochtechnisierten Bordcomputerbaureihen für die unterschiedlichsten Fahrzeuge im kommunalen Einsatz.

BZ: Das heißt, mit Ihren Systemen kann genau erfasst werden, wann, wie lange und auf welchen Strecken mit welchen Anbaugeräten beispielsweise gemäht oder im Winter Streugut verteilt wurde?

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Reeb: Ja. Die Daten dienen zu Abrechnungszwecken, Zeit- und Rentabilitätsoptimierung, aber auch zur gesetzlichen Dokumentation.

BZ:
Wer sind Ihre Kunden?
Reeb: Das reicht von kleinen Gemeinden über Städte, Landkreise und ganze Bundesländer. Auch umliegende Kommunen in verschiedensten Größen wie Höchenschwand, Schopfheim, Müllheim oder Breisach sind zum Teil schon langjährige Kunden von info-tech solutions.

BZ: Wie erklären Sie sich Ihre lange, stabil wachsende Präsenz auf diesem schnelllebigen Markt?
Reeb: Basis ist unser hochkompetentes Mitarbeiterteam, das über die Jahre zu absoluten Spezialisten in diesem Bereich geworden ist. Dabei liefern wir kein Produkt von der Stange. Geduld gehört natürlich auch dazu und die richtige Mischung zwischen Neuentwicklungen und der Optimierung von Altbewährtem.

BZ: Erzählen Sie von Ihrem Großauftrag.
Reeb: Das Bundesland Hessen setzt erstmalig in allen Straßen- und Autobahnmeistereien die info-tech-Telematik ein. Sowohl die eigenen Winterdienstfahrzeuge, als auch die Lohnunternehmen werden von uns ausgestattet. Großes Interesse besteht auch an den Sommerdienstdaten.

BZ: Wer wertet die Daten aus?
Reeb: Das kann der Kunde selbst entscheiden. Wahlweise erledigen wir das im Rahmen eines Vertrages für ihn oder er nutzt die Möglichkeit, die Auswertesoftware mitzuerwerben und kann dann zu geringeren Kosten und mit deutlich reduziertem Verwaltungsaufwand mit den Kreisen und mit dem Bund abrechnen.

BZ: Was muss der Fahrer des jeweiligen Fahrzeugs tun?
Reeb: Nichts. Alle Daten werden erfasst, ohne dass der Fahrer eine spezielle Schulung bekommt oder den Bordcomputer bedient. Das System erkennt, ob und welche Anbaugeräte im Einsatz sind und liefert zusätzlich Geokoordinaten an die Auswertesoftware.

BZ: Welche Auswirkungen hat nun dieser Großauftrag auf Ihre Firma?
Reeb: Das Projekt muss innerhalb von drei Monaten umgesetzt werden. Neben unseren festen Mitarbeitern, die zunächst einmal ihre Urlaubspläne auf Eis gelegt haben, kann ich erfreulicherweise seit Jahren kurzfristig auf weiteres kompetentes Personal aus unserer Gemeinde zurückgreifen. Die spontanen Zusagen dieser jungen Leute tun ihr Übriges, um den Zeitplan einhalten zu können. Außerdem gehen entsprechende Unteraufträge an Partnerunternehmen im Freiburger Raum.

BZ: Wie ist der momentane Stand der Dinge?
Reeb: Aktuell ist unser eigener Service bereits im Einsatz, um die ersten Fahrzeuge vor Ort in Hessen zu montieren. Unsere Fachleute kennen sich mit den Kommunalfahrzeugen und deren vielfältigen Anbaugeräte sowie im Kfz-Elektronikbereich und der EDV bestens aus.

BZ: Wie geht es mit info-tech weiter?
Reeb: Nach Beendigung des Projektes schließt sich lückenlos die erfahrungsgemäß wirtschaftlich starke Vorwinterzeit an, das heißt, es gibt keine Zeit, uns auf unseren Lorbeeren auszuruhen.

BZ: Abschließend noch die Frage, wie sich die Situation ihrer Firma auf die Gemeinde Feldberg auswirkt?
Reeb: Nun, neben den Aushilfskräften, die wir aktuell und immer wieder beschäftigen, halten sich jetzt schon jährlich zwischen 30 und 50 Kunden bei info-tech zu Seminaren auf. Diese Klienten übernachten in der Gemeinde und nutzen unsere Gastronomie und es ist abzusehen, dass diese Zahl weiter ansteigt. Im Rahmen dieser Seminare präsentieren wir unseren Kunden auch die Region, so zum Beispiel die Feldbergbahn, das Haus der Natur, die Schluchseewerke und die Rothaus Brauerei.

Hans Peter Reeb, 1957 geboren in Urexweiler im nördlichen Saarland, Mittlere Reife und zweiter Bildungsweg zum Studium, Studium Maschinenbau in Mainz-Bingen 1980 Abschluss als Diplomingenieur (FH). Erste Arbeitsstelle bei Adam Opel AG, danach zum Dekra in Stuttgart, neben der Tätigkeit als Prüfingenieur Ausbildung als Gerichtsgutachter, 1986 Wechsel zur Firma Schmidt Winterdienst und Kommunaltechnik St. Blasien und seit 1. Januar 1997 Selbstständigkeit mit der Gründung der Firma info-tech. Verheiratet seit 1980, zwei erwachsene Söhne.

Autor: hät