Strittiges Projekt

Soll der Feldbergturm nachts beleuchtet werden?

Hans-Jochen Köpper

Von Hans-Jochen Köpper

Di, 11. September 2018 um 17:10 Uhr

Feldberg

Er ist ein Kulturdenkmal und bei gutem Wetter vom Bodensee aus zu sehen. Vergangenes Jahr besuchten ihn 130.000 Menschen. Nun diskutiert der Förderverein über nächtliches Licht für das Gebäude.

Der Feldbergturm ist mithin ein Symbol der Gemeinde und ein wichtiger touristischer Botschafter. Die Rede ist vom Feldbergturm, auf dessen zehnter Etage am Sonntag traditionell die Hauptversammlung des Fördervereins abgehalten wurde. Sie fiel mit dem Tag des offenen Denkmals zusammen. Die Vereinsbilanz: Vieles wurde erledigt, manches – auch Strittiges – ist geplant.

Bilderausstellung von Sebastian Wehrle

Bei bestem Wetter nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, um den Turm bei freiem Eintritt zu erkunden. Unterdessen resümierte Bürgermeister Stefan Wirbser das letzte Jahr: ein neuer Aufzug, der barrierefreie Zugang, die Bilderausstellung von Sebastian Wehrle, das Schinkenmuseum und nicht zuletzt die Hochzeitstermine in Deutschlands höchst gelegenem Trauzimmer. Sogar eine, angeblich weltweit erste, Solarsitzbank gibt es – und sie dient nicht nur zum Ausruhen und um den Blick in Richtung Herzogenhorn und die Alpen schweifen zu lassen. An ihr können sogar Handys aufgeladen werden.



Auch hätten die 130.000 Turmbesucher im Jahr 2017 gezeigt, dass das Konzept stimme. Für dieses Jahr könne dieses gute Ergebnis noch übertroffen werden. Für die Zukunft, sagte Wirbser, heiße dies dreierlei: Der eingeschlagene Weg sei richtig, das Begonnene werde fertiggestellt und letztlich sei damit der Fortbestand des Fördervereins gesichert.

Vorsitzender August Euler erinnerte an einen Kulturtermin mit dem Künstler Albi Maier Ende September und daran, dass die Bilder von Fotokünstler Sebastian Wehrle an den Aufzugstüren aufgrund der mechanischen Beanspruchung bald erneuert werden müssten.

Kassierer Walter Wochner konnte von einem leichten Plus in der Kasse berichten. Die Einlagen im unteren fünfstelligen Bereich erlaubten daher auch erforderliche Investitionen.

Positiv aufgenommen wurden die zwei "Himmelsliegen" am Fuße des Turmes, verbunden mit der Frage, ob noch mehr aufgestellt würden. Das sei geplant, aber grundsätzlich mache es nur Sinn die Liegen im Windschatten aufzustellen, lautete die Antwort.

Planungen stehen noch ganz am Anfang

Kontrovers diskutierten die Mitglieder den wieder aufgegriffenen Plan zur nächtlichen Beleuchtung des Turms. Man stehe erst ganz am Anfang und das Verfahren sei noch völlig offen. Bernhard Andris und Elisabeth Klein standen dem offen gegenüber. Die Rede war auch von einem neuen "Stern" am Schwarzwaldhimmel und dass es zum Beispiel in Vorarlberg bereits Ähnliches gäbe.

Gabriele Ebner indes hatte Bedenken, dass generell die Lichtemission zunehme und diese auf dem bislang nachts dunklen Berg Auswirkungen auf die Fauna haben könnte. Bürgermeister Wirbser erklärte, dass es sich im Falle der Machbarkeit sicherlich um keine durchgängige nächtliche Beleuchtung handele und sie nur bei günstigen Wetterverhältnissen eingesetzt werde.
Info

Der Hochschwarzwälder Künstler Albi Maier stellt am 29. und 30. September neue Arbeiten vor. Dafür wird sein Atelier im Feldbergturm für zwei Tage zum Ausstellungsraum umfunktioniert. Die Ausstellung ist an beiden Tagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet.