Die Erzeuger brauchen Saisonkräfte

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 19. Juli 2018

Fischingen

Christoph Hoffmann beantragt, dass die 70-Tage-Regelung bei den Arbeitskräften nicht reduziert wird.

FISCHINGEN (BZ). Die Landwirtschaft ist für die Region von großer Bedeutung und gleichzeitig hat die Landwirtschaft mit immer neuen Fragen und Problemen zu kämpfen – angefangen von dem allzu trockenen Wetter in diesen Sommermonaten. Beim Besuch des FDP-Bundestagsabgeordneten Christoph Hoffmann bei den Geschwistern Denzer auf dem Weingartenhof in Fischingen ging es jüngst auch um die Problematik der Saisonarbeitskräfte.

Die Geschwister mit ihren Familien betreiben in vierten Generation diesen Hof, erinnert der Abgeordnete in seiner Pressemitteilung dazu. Produkte wie Beeren, Spargel, Kirschen und Gemüse werden vom Weingartenhof angebaut und vermarktet. Nach der Spargel- und Erdbeerernte werden aktuell die letzten Kirschen und die ersten Pflaumen geerntet. Während der Haupterntezeit wohnen bis zu 20 Saisonarbeiter in einer speziell dazu erbauten Unterkunft. Diese steht im Winter zwar leer, jedoch war es Familie Denzer wichtig, keine Wohncontainer für ihre Arbeiter anzubieten.

Die Saisonkräfte, Männer und Frauen, kommen aus Rumänien und Polen und – aus allen Berufsgruppen. So sind Ärzte ebenso unter ihnen wie Rentner, Pfarrer oder Mechaniker. Ihr Verdienst während des zwei- bis dreimonatigen Aufenthaltes in Deutschland ist so hoch wie das restliche Jahresgehalt in ihrer Heimat. Dank diesem können sie ihre Familien unterstützen, Häuser renovieren oder das Studium der Kinder oder Enkel finanzieren. Sorgen machen sich derweil Landwirte, die auf Saisonkräfte angewiesen sind, wie Hoffmann berichtet, weil die CDU/SPD-Koalition die bisher bewährte Regelung einer Sozialversicherungspflicht-freien Tätigkeit von 70 auf 50 Tage reduzieren will. Viele Familienbetriebe fürchteten um ihre Zukunft. Bereits jetzt, so erklärte Familie Denzer, werde geplant, wer nächstes Jahr wieder komme, die Verträge würden aufgesetzt. "Die SPD muss doch bemerken, wie unsozial diese Regelung gegenüber den Saisonkräften und den Familienbetrieben ist", bemerkte Obsterzeuger Kevin Brändlin aus Huttingen. Der Meinung schlossen sich weitere anwesende Landwirte an. Sie fragten sich, ob die Bundesregierung noch heimische Familienbetriebe wolle, oder die Landwirtschaft künftig nur im Ausland stattfinden solle. Christoph Hoffmann hat aktuell einen Antrag eingebracht, um die 70-Tage-Regelung festzuschreiben. "Mir ist es eine Herzensangelegenheit, dass sowohl die noch verbleibenden Familienbetriebe im Markgräflerland, als auch unsere Landschaft eine Zukunft haben."