Porträt

Frank Brauns, der Tischkicker-Champion vom Kaiserstuhl

Christina Hohwieler (Archiv-Videos: Nadine Zeller, Dominic Rock)

Von Christina Hohwieler (Archiv-Videos: Nadine Zeller & Dominic Rock)

Mi, 04. November 2015 um 18:48 Uhr

Ihringen

Er steht für Tischfußball der Spitzenklasse: Frank Brauns aus Wasenweiler ist Deutscher Meister und führt im Doppel sogar die Weltrangliste an. Doch seine Karriere hat einen Bruch.

Großer Erfolg für Frank Brauns: Er ist deutscher Meister im Tischfußball. Im Doppel führt der 32-Jährige sogar die Weltrangliste an. Brauns spielt schon lange Tischfußball, dieser deutsche Meistertitel ist für ihn jedoch Premiere, da er ihn in der Disziplin "Offenes Einzel" und das nach einer langen Ruhepause gewonnen hat. Denn durch seine Karriere geht ein großer Bruch, der seine Einstellung gegenüber dem Tischfußball verändert hat.

Auch der Zufall spielte mit
Alles fing im Jahr 2000 eher zufällig an. Eines Abends besuchte er in Breisach das Jack Daniels, das heutige Restaurant am Rhein. Er schloss sich den dortigen Kickerfreunden an und spielte einige Partien. Damit entdeckte er sein neues Hobby. Immer häufiger war er in dem Restaurant bei Kickerpartien anzutreffen und fuhr sogar zusammen mit seinem Bruder spaßeshalber zu einem Turnier. Die dortigen Profispieler beeindruckten den damals 16-Jährigen so sehr, dass er für sich den Entschluss fasste, einmal genauso gut zu werden wie die Profis. Das war der Grundstein für seine Karriere.

Früher trainierte er viele Stunden
Zwischen 2001 und 2003 trainierte er täglich mehrere Stunden und wurde immer besser. So stieg er stetig auf, in seiner Hauptdisziplin, dem Doppel, 2003 sogar bis in die Master- und dann in die Eliteklasse. Im Einzel stieg er 2003 hingegen wieder in die Amateurklasse ab. Das Doppel habe er zu Beginn hauptsächlich gespielt und es sei auch seine Stärke, sagt Brauns. 2005 wurde er im Doppel deutscher Meister und im darauffolgenden Jahr sogar Weltmeister. Sein persönliches Ziel hingegen erreichte Frank Brauns erst 2007 mit einem dreifachen Sieg gegen den Spieler Frédéric Collignon. Der war damals weitgehend ungeschlagen, ein Meister im Tischfußball und auch an den unterschiedlichen Tischmodellen sehr stark. Die Tische stellen bei Turnieren eine Herausforderung für die Spieler dar, da ihre Beschaffenheit je nach Region variieren kann. Nach diesem Höhepunkt kam allerdings bald ein Bruch in der Karriere. Da er sein persönliches Ziel erreicht hatte, fiel es Brauns schwer, sich neue Ziele zu setzen. Das hatte zur Folge, dass er weniger trainierte und keinen Spaß mehr am Spiel hatte.

Ein Bruch in der Karriere
War der Sport früher für ihn noch eine "Sucht", so war er jetzt nur noch ein Nebenverdienst. Außerdem genoss er sein hohes Ansehen. Erfolgreich blieb er jedoch weiterhin für einige Zeit. Bald nach der Geburt seines ersten Kindes im Jahr 2010 zog Brauns endgültig einen Schlussstrich und beendete seine Karriere im Jahr darauf. Er habe eingesehen, dass es Quatsch wäre, den Sport ohne Lust und Spaß weiter zu betreiben, sagte Brauns. So widmete er sich seinem Beruf als Kindergärtner und seiner Familie.

Jetzt ist es nur noch ein Hobby
Bis auf eine kurze Unterbrechung 2012 hielt er sich bis zu Beginn dieses Jahres dem Tischfußball fern. Dann jedoch keimte die Lust an dem Sport langsam wieder auf und er begann erneut zu trainieren und zu Turnieren zu fahren. Eines hat sich jedoch wesentlich geändert. Der Sport ist für ihn jetzt noch Hobby, aber keine Sucht mehr. Er möchte nur noch dann auf Turniere gehen, wenn er Lust, Zeit und einen Partner zur Verfügung hat. Seine Söhne will er nicht zum Kickern drängen. Sie sollen selbst entscheiden können, was sie tun wollen, meint Brauns. Allerdings fügt er schmunzelnd hinzu, habe er früher einen Tischkicker daheim gehabt, der bei seinen Söhnen recht beliebt gewesen sei. "Bei meinem Sohn Marlon war tatsächlich ’Kicker’ das erste Wort, das er sprach."

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