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23. Juni 2010

Französisch auf Rädern

Werbung für die "Sprache der Nachbarn" auf spielerische Weise an der Hans-Thoma-Schule.

  1. Vor Ort: Fabienne Greffard (hinten, Dritte von rechts) besuchte die Hans-Thoma-Schule. Foto: Hrvoje Miloslavic

LAUFENBURG. France Mobil nennt sich das rollende französische Kulturinstitut, das – mit insgesamt zwölf Exemplaren – in Deutschland Grund-, Realschulen und Gymnasien anfährt, um in spielerisch gestaltetem Unterricht bei den Schülern die Lust an der französischen Sprache zu wecken. So nun auch in Laufenburgs Hans-Thoma-Schule.

Konrektorin Gabriele Meier-Hähnle ist über den Besuch von France-Mobil-Referentin Fabienne Greffard aus Stuttgart sehr froh – "weil das Mobil sehr ausgebucht ist". Die Französischlehrerin setzt sich stark dafür ein, dass Schüler die "Sprache des Nachbarn" erlernen. Im Mai erst hatte sie 29 Schüler bei ihrem Besuch in Le Croisic begleitet. Sie ist zuversichtlich, dass der Besuch des "französischen Kulturinstituts auf Rädern" den einen oder anderen Schüler in seiner Wahl beeinflussen wird. Angesprochen waren an dem Tag vor allem die Schüler der sechsten Klassenstufe, die sich zum Ende des Schuljahres für ein Wahlpflichtfach entscheiden müssen. Neben Französisch stehen Technik sowie Mensch und Umwelt zur Auswahl. Greffards France Mobil war in jedem Fall gut geeignet, den Schülern Attraktivität und Charme der Sprache näher zu bringen – zunächst mit bekannten französischen Hits.

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Auffällig war, dass auf die Frage, wer sich denn bereits für Französisch entschieden habe, vor allen die Mädchen die Hand hoben. Eine Tendenz, die Meier-Hähnle bestätigen kann: "Es gibt eine Geschlechtsspezifität, doch das ändert sich in den letzten Jahren." Dass weibliche Lehrkräfte zunehmend technische Berufe unterrichten, bewirke eine gewisse Änderung in der Vorbildfunktion.

Auch wenn das Interesse französischer Schüler, Deutsch zu lernen, in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen hat, erfreut sich das Pendant, das "Deutsch Mobil", großer Beliebtheit an französischen Schulen. Seit 2001 hat es mehr als 800 000 Kilometer zurückgelegt und 435 000 Schüler angesprochen. Das Interesse an Deutsch habe sich nun stabilisiert, erklärt Greffard, es sei aber auch "sehr von bestimmten Faktoren wie der Fußball-WM 2006 in Deutschland oder Bands wie etwa Tokyo Hotel abhängig". In einem sind sich Kulturreferentin Greffard und Lehrerin Meier-Hähnle jedenfalls einig: Hätte Lena ihr Siegerlied beim Songcontest auf Deutsch gesungen, würde der Deutschunterricht an französischen Schulen aus allen Nähten platzen.

Das France Mobil tourt seit 2002 durch die deutsche Schullandschaft und wirbt gezielt für die französische Sprache sowie die deutsch-französische Zusammenarbeit. Das Programm ist eine Initiative der Kulturabteilung der französischen Botschaft und der Robert-Koch-Stiftung. Für das vorbildliche Engagement erhielt das Projekt im Jahr 2004 den Adenauer-de-Gaulle-Preis.

Autor: Hrvoje Miloslavic