Wohlfühlen im Wohnzimmer

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Fr, 14. September 2018

Frauenfussball

Wie die Fußballerinnen des FC Wittlingen und des FC Hochrhein will sich auch der FC Hausen wieder in der Verbandsliga etablieren.

FRAUENFUSSBALL. Es war nur eine Momentaufnahme: In der vergangenen Runde war der Fußballbezirk lediglich mit zwei Frauenteams in der Verbandsliga vertreten. Nun hat sich zum FC Wittlingen und FC Hochrhein wieder der FC Hausen gesellt. Drei Mannschaften, die ihre etablierte Position im südbadischen Fußball festigen wollen.

FC Wittlingen

Es ist schwer, die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive zu finden. Joachim Löw kann bei der Männer-Nationalmannschaft ein Liedchen davon singen. Und auch Werner Reich, der beim SC Freiburg einst gemeinsam mit Löw stürmte. "Wir sind offensiv gut besetzt", sagt der Coach des FC Wittlingen. Seine Fußballerinnen verbuchten in der Vorsaison die drittbeste Torausbeute der Verbandsliga. Allerdings stellten sie die drittschlechteste Defensive. "51 Gegentore waren entschieden zuviel", sagt Reich. Zum Saisonauftakt demonstrierte seine Elf nun sowohl die gewohnte offensive Qualität, als auch die erhoffte defensive Stabilität: 5:0 gegen den PSV Freiburg und Rang eins für den FCW.

Dem Auftakt will Reich jedoch keine allzu große Bedeutung beimessen, "wir müssen konstant spielen", sagt er mit Blick auf die Saison. Man wolle "wenn es gut läuft, unter die ersten Sechs". Die personelle Basis haben die Verantwortlichen hierfür gelegt, 18 bis 20 Spielerinnen stehen Reich zur Verfügung, "der Konkurrenzkampf ist jetzt größer". Für Torgefahr sorgen beispielsweise Annika Baumann (drei Treffer gegen den PSV) und Lisa Kammerer, doch "die jungen Spielerinnen machen Druck von hinten", so Reich über Laura Lamprecht und Bianca Liberti, die wie Leonie Gutjahr von den B-Juniorinnen aufrückten. Vom FC Hauingen kam Chayenne Psaras, zweiter externer Neuzugang ist Mona Reichert (ExHausen). Sie wechselte vom Regionalliga-Aufsteiger Hegauer FV an den Hochrhein zurück.

Am Sonntag (15 Uhr) tritt Wittlingen beim SV Gottenheim, eine feste Größe in der Verbandsliga, an. "Wir müssen vor allem defensiv stabil stehen", fordert Reich. Schließlich gilt einmal mehr, die berühmte Balance zu finden.

FC Hausen

Zurück im Wohnzimmer. Der FC Hausen ist wieder dort, wo er lange Zeit heimisch war. 15 Jahre kickte der FCH auf höchster Verbandsebene, einmal sogar in der Oberliga. Den Betriebsunfall Landesliga hat der Club umgehend korrigiert und meldet sich in der Verbandsliga selbstbewusst zurück. Hinten einigeln? Das entspricht nicht dem Hausener Geist, "wir wollen unsere Spielphilosophie auf den Platz bringen", sagt Trainer Bernhard Zimmermann. Und die heißt: "Wir suchen spielerische Lösungen", seine Elf werde auch in der Verbandsliga "die offensive Variante spielen", den Gegner mit Pressing früh attackieren.

Auch deshalb soll die Fitness ein Qualitätsmerkmal des FCH sein, "wir sind athletisch sehr gut drauf", so Zimmermann, der zudem vom Teamspirit schwärmt. In seiner langen Trainerzeit im Frauenfußball, über 20 Jahre, "habe ich diese Qualität schon lange nicht mehr erlebt". Personell stimmen Quantität (18 Spielerinnen) und Qualität den Coach zuversichtlich, "ich habe nicht nur elf gute Spielerinnen". Die Abgänge – Laura Tholen, Lea Haselwander und Vanessa Bühler pausieren – kompensierte der Club intern, profitiert dabei von seiner Nachwuchsarbeit, "darauf legen wir viel Wert", betont Zimmermann. Aus der zweiten Mannschaft der SG Hausen/Schönau beförderte er Sarah Pflug und Sandy Walleser, von den B-Juniorinnen rückte ein Trio (Megan Christen, Isabell Vetterer, Lisa Hagen) auf. Zudem vermeldete der FCH einen namhaften Zugang mit Anna Luisa Janietz, die zuletzt für die Old Boys Basel auf dritthöchster Schweizer Ebene kickte.

Das erste Saisonspiel bestreitet Hausen am Samstag (17 Uhr) gegen den ESV Freiburg, "das ist schon eine Hausnummer", sagt Zimmermann. Doch in der höheren Klasse kämen ohnehin nur noch starke Gegner, und das Ziel ist klar definiert: ein Heimsieg im Wohnzimmer Verbandsliga.

FC Hochrhein

Der Etablierungsprozess in der Verbandsliga nahm beim FC Hochrhein Hohentengen Stetten nicht allzu viel Zeit in Anspruch. In den beiden vergangenen Spielzeiten war der Club nie in den Abstiegskampf verwickelt, positionierte sich vielmehr in höheren Gefilden und hat sich den Ruf als eines der offensivstärksten Teams der Liga erarbeitet – auch dank Tiziana Di Feo, die Verbandsliga-Torschützenkönigin der vergangenen Runde mit 27 Treffern. Zum Auftakt feierte das Team unter seinem neuen Coach Tobias Schneider (folgte auf Mike Stark) einen 3:2-Erfolg gegen den SV Gottenheim, am Sonntag (13.15 Uhr) wartet eine hohe Hürde: Es geht zu Vizemeister SG Vimbuch.