Freiamt

168 Radsportler aus 17 Ländern maßen sich bei der Trial-Meisterschaft

Benedikt Sommer

Von Benedikt Sommer

Mo, 08. August 2016

Freiamt

FREIAMT. Ganz im Zeichen des Trial-Sports stand der kleine Kur- und Ferienort: 168 Radsportler aus 17 Nationen kamen auf das Gelände des Motorsport Racing-Teams, um die besten Fahrer der Welt in den Altersklassen der Neun- bis 16-Jährigen zu ermitteln. Neben spannenden Wettkämpfen gab es bei optimalem Wetter auch ein unterhaltsames Rahmenprogramm für die Gäste.

FREIAMT. Ganz im Zeichen des Trial-Sports stand der kleine Kur- und Ferienort: 168 Radsportler aus 17 Nationen kamen auf das Gelände des Motorsport Racing-Teams, um die besten Fahrer der Welt in den Altersklassen der Neun- bis 16-Jährigen zu ermitteln. Neben spannenden Wettkämpfen gab es bei optimalem Wetter auch ein unterhaltsames Rahmenprogramm für die Gäste.

Seit der Sohn von Karin Strauß aus einem Dorf in der Eifel vom Trial-Bike-Virus erfasst wurde, geht es in ihrer Familie fast nur noch um eines: In der Saison von April bis Oktober ist die Familie jedes Wochenende bei einem anderen Wettkampf oder zum Training verabredet. "Wir haben in unserer alten Scheune eine Trial-Sektion eingerichtet, um bei jedem Wetter trainieren zu können", sagt Strauß.

Beim Trial-Bike-Fahren geht es darum, mit speziellen, an BMX-Räder erinnernden Fahrrädern einen möglichst schwierigen Parcours in möglichst geringer Zeit mit möglichst wenigen Fuß-Boden-Kontakten zu absolvieren. Mit teilweise spektakulären Sprüngen überwinden schon die jüngsten Fahrer Hindernisse wie Felsen, Baumstämme oder Kabeltrommeln.

Aus 17 Nationen ist an diesem Wochenende die Nachwuchs-Elite dieser Sportart nach Freiamt gereist. Die meisten Teilnehmer kommen aus Europa – wie der 15-jährige Albin aus Schweden, dessen Familie für diesen Wettkampf eine 15-stündige Anreise auf sich genommen hat. Starke Mannschaften stellten auch Tschechien, die Schweiz, Frankreich und Belgien; selbst aus Japan reiste eine 18-köpfige Gruppe mit ihrem Material an. Viele Familien verbanden dabei den Wettkampf gleich mit einer Urlaubsreise – und zeigten sich begeistert von der ländlichen Idylle Freiamts.

Auch die Organisatoren bekamen Bestnoten. Petra Thanheiser aus Triberg etwa war mit ihrem Bike-Nachwuchs schon in Polen, Belgien, der Schweiz und Frankreich. Nach "der Schweiz sei es hier am Besten, sagt sie: Alles sei perfekt organisiert, die Verpflegung liebevoll, die Mitglieder des Motorsport Racing Teams ungeheuer freundlich. Vor allem das große Zelt finde sie richtig luxuriös.

Viel Lob für die liebevoll gestalteten Hindernisse

"Dass man vom Wetter unabhängig ist und bequem sitzend einen Wettkampf verfolgen kann, ist schon ganz toll", sagt Karin Strauß. Ihr gefallen auch die aufwändig und liebevoll gestalteten "Sektionen", wie die zu bewältigenden Strecken genannt werden: "Die sind schon sehr anspruchsvoll, aber nicht zu schwer, sagt mein Sohn."

Rund 150 Tonnen Felsen und Steine sowie drei Lkw-Ladungen Baumstämme und Holzmaterial hatte Daniel Bühler mit seinen Helfern herangeschafft und aufwändig zu zehn Parcours aufgeschichtet. "Man neigt beim Bau leicht dazu, zu viele Schwierigkeiten in jede Sektion hineinzupacken, aber die UCI-Kommission war sehr zufrieden und hat nur geringe Korrekturen vorgenommen", erzählt der Vorstand des MSC Münstertal. "Bei der Sektion im Zelt haben wir dann auch ein paar lokale Elemente wie eine Steinkuh oder eine kleine Schwarzwaldhütte mit eingebaut, damit es nicht ganz so lieblose Hindernisse sind", sagt er.

Auch Freiämter zeigten sich positiv überrascht. "Wir haben uns schon die letzten Wochen gefragt, wofür das ganze Material hier ist, aber zu sehen, was die Jungen können, ist schon ungeheuer beeindruckend", sagte eine Anwohnerin.

An den Abenden gab es im Festzelt ein buntes Unterhaltungsprogramm. Am Freitag, nach dem spektakulären Einmarsch der Nationen, begeisterten Tänzerinnen des Fasnachts-Clubs Sexau und Artisten des Europa-Parks, auch am Samstag gab es Live-Musik. Bühler: "Um 22.30 Uhr war aber immer Schluss, damit die jungen Sportler auch ihre Nachtruhe bekamen".

Auch sportlich konnte der MSC Münstertal zufrieden sein. Zwar konnte sich Leni Sauerburger nicht für das Finale qualifizieren, der Freiämter Lokalmatador Björn Bührer schaffte die Qualifikation aber problemlos (die BZ berichtet noch über das Ergebnis). Im Mannschaftswettbewerb am Freitag siegte Frankreich vor Japan und Tschechien. Alfred Haas vom Racing Team zeigte sich am Sonntag zufrieden mit dem Verlauf und dem Interesse an der Veranstaltung. "Zu sehen, wie unheimlich begeistert Teilnehmer und Zuschauer darüber sind, ist schon toll."