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29. März 2010 09:03 Uhr

Viel Regen, kein Dieter

Freiburg-Halb-Marathon: 7030 Läufer trotzen dem Regen

Der Startschuss zum Halbmarathon war kaum ertönt, da kündigte auch der Regen kurzfristig seine Teilnahme an. Die Sieger, Anja Schnabel bei den Frauen und Matthias Körner bei den Männern, störte es nicht. Von den 7030 gemeldeten Teilnehmern waren sie die Schnellsten.

Einen großen Namen suchte man trotz Vorankündigung allerdings vergebens. Der Frontmann der Band Spätzünder, die bei Kilometer zehn in der Oberau für Lärm sorgte, stellte die Frage, die sich alle stellten: "Wo ist Dieter Baumann?" Eben erst waren die Führenden an der Band und den Zuschauern vorbeigezogen, doch Baumann gehörte nicht dazu. Selbst unter den Nachzüglern war der Olympiasieger nicht zu finden. Die Organisatoren um Gernot Weigl kannten des Rätsels Lösung: "Dieter Baumann hatte sich bereits am Samstag aufgrund eines Infekts mit Fieber bei uns abgemeldet." Der Vorjahressieger ließ verlauten, dass ihm seine Absage aber sehr leid tue.

Buntes Massenspektakel

Spannend war es auch ohne Promi, und trotz des Regens hatten sich genügend Zuschauer an der Strecke eingefunden. Wie üblich präsentierte sich der Halbmarathon als ein buntes Massenspektakel. Sieger bei den Männern wurde ein Freiburg-Neuling, der aber doch längst kein unbeschriebenes Blatt ist. Der 42-jährige Matthias Körner, der mit einer Zeit von 1:10:46 Stunden ins Ziel kam, hatte sich schon zwei Mal den Titel des deutschen Meisters im Marathon sichern können. Seine schärfsten Konkurrenten, der zweitplatzierte Jan Oliver Hämmerling und Holger Reichert auf Platz drei, konnten daher ganz gut mit Körners Sieg leben. Beide sagten unisono: "Matthias hat den Sieg wirklich verdient."

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Hohes Tempo gegangen

Bis Kilometer zehn war die Spitze in einem Vierergrüppchen gelaufen, doch entlang der Dreisam entzerrte sich das Bild. "Hinten raus habe ich etwas mehr Gas gegeben", so Körner nach dem Rennen. Einzig der aus Hamburg angereiste Hämmerling konnte jetzt noch mithalten. "Ich habe absolut davon profitiert, dass Matthias so ein hohes Tempo gegangen ist", freute er sich diebisch über seinen zweiten Platz.

Körner, ein gebürtige Sachse, ist das Paradebeispiel für den Typus Läufer, der den Freiburg-Marathon "mal eben so" mitnimmt, ihn wegen seiner Zuschauernähe aber auch zu schätzen weiß. "Ich arbeite in einem Pharmakonzern bei Basel, da lag es nahe, hier mal zu starten", so Körner. Und auch der Hamburger Hämmerling war eigentlich in Freiburg, um einen Freund zu besuchen. "Der hat mich dann dazu überredet, hier zu laufen." Hinterher war er voll des Lobes über Freiburgs Laufveranstaltung. "Der Freiburg-Marathon gefällt mir besser als unserer in Hamburg, da hier wirklich jeder angefeuert wird und nicht nur wir Topläufer im Vordergrund stehen."

Konkurrentin mit vier Minuten Rückstand

Einen besonderen Bezug zu Freiburg und seiner Laufveranstaltung hat auch die 24-jährige Anja Schnabel. Schnabel studiert in Freiburg ihr Medizin und freute sich über den Beistand der Zuschauer: "Ich habe viele Freunde und Bekannte gesehen, aber auch wildfremde Menschen haben mir zugejubelt." Dass Schnabel genug Muße fand, um die Zuschauerreihen zu mustern, zeigt aber auch, dass sie es noch nie so leicht hatte wie in diesem Jahr. Und das, obwohl sie im Vorfeld wegen ihres Trainingsrückstandes die Erwartungen schon gedämpft hatte. Zum Sieg genügte ihr eine Zeit von 1:17:09 Stunden – ihre Vorjahreszeit beim Freiburg-Marathon liegt dagegen bei 1:14:03. Und Schnabels direkte Konkurrentin, Verena Utz aus Lahr, kam mit satten vier Minuten Rückstand als Zweite ins Ziel. Dritte wurde Stefanie Doll aus Hinterzarten.

Die Siegerin versuchte sich hinterher über ihre mäßige Zeit hinwegzutrösten. "Ich weiß, dass ich irgendwann wieder eine bessere Zeit laufen kann", sagte Schnabel, "aber eine 1:16er-Zeit wäre mir natürlich lieber gewesen" Auch Verena Utz erkannte, dass ihre Zeit besser hätte ausfallen können. "Ich bin zufrieden – mit der Platzierung", sagte sie vieldeutig. Ihre Freude über den zweiten Platz trübte das nicht, zumal auch sie zum ersten Mal in Freiburg mit von der Partie war.

Als der Halbmarathon zu Ende war, hatte sich auch der Regen fast wieder gelegt. Wie schon im Vorjahr haben sich von ihm nur die wenigsten stören lassen. Vielen Läufern war es gar zu warm, wie zum Beispiel dem Dritten Holger Reichert, der sich während des Laufs seines T-Shirts entledigte. Bleibt zu hoffen, dass er sich dadurch nicht auch eine Grippe einfängt. Regentauglich, das hat der Marathon dieses Jahr wieder bewiesen, ist er allemal.

Mehr zum Thema: Fotos: Im Ziel des Freiburg-Marathons

Autor: Matthias Eisele