Der Weg über den Glasbach ist wieder frei

Hans Sigmund

Von Hans Sigmund

Di, 28. Juni 2016

Freiburg Nord

Baubürgermeister Martin Haag und Bürgervereinsvorsitzende Ingrid Winkler haben den neuen Waltersbergsteg offiziell freigegeben.

HERDERN. Rund 80 Besucher, darunter auch einige Mitglieder des Gemeinderates, sind zur offiziellen Eröffnung des neuen Waltersbergsteges über den Glasbach und zu dessen Übergabe an die Stadt Freiburg gekommen. Was fehlte, waren die Kinder, für die vor allem die marode Vorgängerbrücke mit viel bürgerschaftlichem Engagement ersetzt worden war: So kommen sie schneller zum Spielplatz am Waltersberg. Doch parallel zur Einweihung feierte die Weiherhof-Grundschule ihr Sommerfest.

Ingrid Winkler erinnerte daran, dass es bereits 2006 eine Wiedereinweihung gab: Damals war der Ursprungssteg auf Initiative des Bürgervereins, des CDU-Ortsverbands Herdern, des Evangelischen Stift und der Stadt Freiburg stabilisiert worden. Zuvor war der Fußgängersteg, der die Wintererstraße mit dem alten Dorfkern verbindet, wegen mangelnder Verkehrssicherheit zum ersten Mal gesperrt worden. Die Reparatur hatte aber keine Langzeitwirkung: 2010 stufte ein Gutachten des Garten- und Tiefbauamtes den Steg erneut als nicht hinreichend sicher ein. Die Lager des 1935 errichteten Brückenwerks, das die Glasbachschlucht überspannt, waren durchgerostet. 2011 sperrte die Stadt erneut das Provisorium und plädierte für den ersatzlosen Abriss.

Allerdings waren die Herdermer damit ganz und gar nicht einverstanden. Unter der Führung von Iris Marquard bildete sich eine Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Stegs und brachte innerhalb eines Vierteljahres rund 8000 Unterschriften zusammen, die man dem damals neugewählten Baubürgermeister Martin Haag ins Amt brachte. Er nahm sie dankend entgegen und bemerkte flapsig, dass ihm 8000 Euro lieber wären. Das nahm man sich in Herdern zu Herzen, der Bürgerverein übernahm neben der Bauhaftung auch treuhänderisch das Sammeln von Spendengeldern und brachte von Bürgern insgesamt 15 000 Euro zusammen. Die Projektgesellschaft St. Urban-Kneipp-Gelände spendete zusätzlich 10 000 Euro, und Architekt Moritz Brandenburg erklärte sich ehrenamtlich bereit, die Pläne und die Baudurchführung zu übernehmen. Er fand die Abrissfirma Joos aus Hartheim, die kostenlos die Beseitigung der alten Brücke übernahm, und weitere Unternehmen, die sehr kulante Rechnungen erstellten.

Als dann die Stadt bei so viel bürgerschaftlichem Engagement ebenfalls 10 000 Euro zusagte, war das Projekt in "trockenen Tüchern". So konnte nun am vergangenen Wochenende die blumengeschmückte Brücke eingeweiht werden, die durchaus – wenn man alles zusammenrechnet – auf die von der Stadt veranschlagten 100 000 Euro kommt, wie Brandenburg im Gespräch bestätigte.

Ingrid Winkler dankte allen Spendern, Unternehmen und insbesondere Moritz Brandenburg für seine engagierte Arbeit und verlieh ihm im Namen des Bürgervereins die Silberne Ehrennadel.

Klar, dass man zum Abschluss auch bei einem kleinen Hock mit Grillgut und allerlei Getränken, die teilweise von einer bekannten Freiburger Brauerei gespendet wurden, zusammensaß. Nun ist der Steg wieder in der Verantwortung der Stadt, und der Bürgerverein hofft, dass er von vielen Freiburgern genutzt wird.