Freiburg

Parkplatznot in Zähringen bei den Tram- und S-Bahn-Haltestellen

Holger Schindler

Von Holger Schindler

Sa, 25. August 2018 um 17:20 Uhr

Freiburg

Vor allem im Umfeld der Tram- und S-Bahn-Haltestellen in Freiburg-Zähringen drängen sich die abgestellten Autos. Kritiker sehen da Handlungsbedarf, die Verwaltung nicht.

FREIBURG-ZÄHRINGEN. Derzeit ist die Lage immerhin nicht ganz so angespannt – auf Grund der Urlaubszeit. Doch wenn nach der Sommerpause wieder Normalverkehr in Zähringen herrscht, dann dürften sich die parkenden Autos in Zähringen, vor allem im Umfeld der Straßenbahnhaltestellen, wieder eng aneinanderdrängen. Kritiker sehen da Handlungsbedarf, die Verwaltung nicht. Einfache Lösungen hat aber derzeit keiner auf Lager.

"Rund um die Haltestellen ist der Parkraum in Zähringen inzwischen oft äußerst knapp", sagt Holger Männer, der Vorsitzende des Bürgervereins. Seit einem Vor-Ort-Termin mit der Grünen-Gemeinderatsfraktion im Juni ist das Thema nun Gegenstand der politischen Diskussion. Die Grünen haben in der Folge bei der Verwaltung nachgefragt, ob nicht eine Parkraumbewirtschaftung mit Anwohnerparkbevorrechtigung die Lage verbessern könnte und ob sich nicht der Park-and-Ride-Platz an der Tram-Endhaltestelle Gundelfingerstraße vergrößern ließe.

"Tatsache ist, dass die Parkplätze, etwa beim Bahnhof Zähringen, wo die Breisgau-S-Bahn hält, und bei den Straba-Haltestellen Berggasse, Reutebachgasse und Tullastraße, oft komplett belegt sind – und dass teils auch entgegen den Vorschriften an unmöglichen Stellen Autos abgestellt werden", sagt Männer.

Berthold Noeske, der selbst an der Jägerstraße wohnt, also unweit der Haltestelle Tullastraße, beobachtet als direkt Betroffener die Situation kritisch. "Nach meinen Beobachtungen hat der Parksuchverkehr hier im Quartier und speziell rund um die Tullaschule sowie auch im Industriegebiet Nord kontinuierlich zugenommen", so Noeske. Auch er beobachte regelmäßig Fahrzeuge, die im Halteverbot abgestellt werden. "Ein zusätzliches Problem sind die Zweckentfremdungen von Garagen als Lager oder Hobbyraum sowie nicht benutzte Grundstücksparkplatzflächen." Noeske will auch beobachtet haben, dass auf dem erst unlängst neugestalteten kostenlosen Parkplatz beim Bürgerhaus an der Lameystraße Autos dauerhaft abgestellt seien, die wohl Bewohnern des benachbarten Studentenwohnheims gehörten. "Dem Wohnheim hat man seitens der Verwaltung zugestanden, dass es nur in reduziertem Umfang eigene Tiefgaragenstellplätze bereitstellen muss", so Noeske.

Der Park-and-Ride-Platz an der Endhaltestelle mit seinen rund 335 kostenfreien Stellplätzen ist nach Einschätzung des Bürgervereins eigentlich an der Kapazitätsgrenze. Holger Männer vermutet, dass die weitere bauliche Entwicklung im Stadtteil die Situation verschärfen könnte – mittelfristig kommt die Bebauung der Höhe (rund 250 neue Wohnungen), längerfristig die Umsetzung des Projekts "Zähringen-Nord" entlang der Gundelfinger Straße (bis zu 1400 neue Wohnungen) und kurzfristig der Bezug des Neubaukomplexes "Living Art" beim Bürgerhaus (65 Wohnungen).

Bei der Stadtverwaltung gibt man sich indes entspannt. Auf die Anfrage der Grünen hieß es aus dem Rathaus: "Der Verwaltung liegen außer Ihren Schilderungen keine konkreten Informationen über ein starkes Fremdparken in Zähringen als Ausweichmöglichkeit für den Park-and-Ride-Platz an der Endhaltestelle vor." Berufspendler fänden dort morgen ausreichend freie Stellplätze vor. Von einer Parküberlastung in Zähringen wisse man nichts. Die Einführung von Anwohnerparken sei in Zähringen derzeit nicht vorgesehen. Im Übrigen werde sich, wenn die geplante B 3-Umfahrung komme (die BZ berichtete), die Verkehrslage in Zähringen ohnehin grundlegend ändern.

"Dass die B 3-Umfahrung an der Parksituation viel ändert, glaube ich nicht", hält Holger Männer entgegen. Dass eine Parkraumbewirtschaftung die Probleme lösen kann, denkt er allerdings auch nicht – und versteht da auch die Zurückhaltung der Stadt. "Wenn man das macht, muss man die Kontrollen verstärken, sonst schürt man Unmut", so der Bürgervereinsvorsitzende. Helfen könne vielleicht, wenn man die Kapazität des P & R-Platzes durch die Errichtung einer Parkpalette erhöhe. Diese Option sieht auch die Stadtverwaltung. Problem: Das ist relativ teuer.