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11. Dezember 2010
Partnerschaft mit Brief und Siegel
Der Freiburger Stadtteil Herdern und der Tunibergort wollen gemeinsam einiges bewegen / Die "Hochzeitsfeier" war im Urbansaal.
HERDERN/GOTTENHEIM. Es war eine Hochzeit im kleinen Kreis: Am Donnerstagabend sind ein weiterer Freiburger Stadtteil und eine Umlandgemeinde eine Stadt-Land-Partnerschaft eingegangen – Herdern und der Tunibergort Gottenheim wollen sich ab sofort treue Partner sein und sich in möglichst vielen Bereichen eine gemeinsame Zukunft aufbauen.
Zusammen mit ihrer Trauzeugin, der Freiburger Bürgermeisterin Gerda Stuchlik, unterschrieben die Vertreter der beiden Orte, Gottenheims Bürgermeister Volker Kieber und die Vorsitzende des Bürgervereins Herdern, Ingrid Winkler, die offizielle Partnerschaftsurkunde im großen Saal der Pfarrgemeinde St. Urban in Herdern. Geladen waren zudem Vertreter der Vereine beider Orte.Herdern ist damit der vierte Freiburger Stadtteil, der eine Stadt-Land-Partnerschaft mit einer ländlichen Gemeinde eingegangen ist. Drei weitere Freiburger Stadtteile sind mit Kaiserstühler Orten verbandelt (siehe Text unten).
Die Stadt-Land-Partnerschaften sind ein Teil des Projektes "Plenum", mit dem das Land Baden-Württemberg Naturräume wie den Kaiserstuhl und den Tuniberg schützen und stärken möchte. "Ein Ziel dieser Partnerschaften ist, Verbraucher und Erzeuger zusammenzubringen, um so die regionale Landwirtschaft zu fördern. Ein anderes ist der Ausbau des Tagestourismus’", sagt Diana Pretzell, die das Projekt im Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald leitet: "Wir beraten die Gemeinden und fördern einzelne Ideen auch finanziell." Für "Plenum" ist die Partnerschaft mit Herdern Teil des Gottenheimer Tagestourismuskonzepts. Als solches wird sie mit rund 2000 Euro unterstützt. Und mit aktiver Kuppelei: Diana Pretzell war es nämlich, die das Paar schließlich gemeinsam mit Bürgermeisterin Stuchlik zusammengebracht hat. Denn die Partner zierten sich zunächst etwas, einen Hochzeitstermin zu benennen – jedoch hauptsächlich aus Zeitgründen, wie am Donnerstag mehrfach beteuert wurde.
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Dass es durchaus eine Liebesheirat war, das wurde an diesem Abend deutlich. Bürgervereinsvorsitzende Ingrid Winkler und Bürgermeister Volker Kieber betonten jeweils, wie glücklich sie über die Vermählung seien und wie toll ihre Gemeinden zusammenpassten – beides ursprüngliche Winzerdörfer mit gewachsenen bürgerlichen Strukturen und einem regen Vereinsleben.
"Ich freue mich sehr darauf, den Kontakt zwischen unseren Orten zu intensivieren", sagt Ingrid Winkler. Es gab bereits mehrfach Besuche zwischen Delegationen der Partner, ein Gottenheimer Stand mit Schnäpsen und Likören hat den Herdermer Weihnachtsmarkt bereichert.
Zudem sieht die Bürgervereinsvorsitzende in der Partnerschaft eine ideale Gelegenheit, den Städtern die "wunderschöne" Landschaft des Tunibergs nahe zu bringen, "die ja in wenigen Minuten problemlos mit dem Zug zu erreichen ist". Wie sie hofft auch Volker Kieber auf einen regen Austausch: "Herdermer Kinder könnten künftig unsere Weinlese miterleben, Gottenheimer Landwirte ihre Produkte auf dem Herdermer Wochenmarkt verkaufen." Doch noch muss alles wachsen. Die Basis schafften die Hochzeitsgäste nach der offiziellen Zeremonie bei Gottenheimer Wein und Herdermer Gebäck.
Herdern und gottenheim
Geschichte: Gottenheim wurde 1086, Herdern 1008 erstmals erwähnt.
Einwohnerzahl: In Herdern leben knapp 11 000 Menschen, in Gottenheim etwas mehr als 2600.
Lage: Herdern liegt nordöstlich der Freiburger Altstadt. Gottenheim befindet sich 15 Kilometer westlich der Münsterstadt an der Nordspitze des Tunibergs.
Fläche: Gottenheim erstreckt sich über eine Fläche von 874 Hektar, davon ist ein Achtel Weinanbaugebiet. Die Fläche des einstigen Winzerdorfes Herdern beträgt 430 Hektar – davon auch noch einige Quadratmeter Reben.
Verbindung: Von Gottenheim nach Freiburg dauert es mit der Breisgau-S-Bahn aus Breisach 11 bis 13 Minuten bis zum Hauptbahnhof. Von dort bis Herdern dauert es je nach Verbindung meist noch mal mindestens ebenso lang (entweder erst mit irgendeiner Straßenbahn bis zum Bertoldsbrunnen und dann mit der Linie 2 die Habsburger Straße hoch oder mit der Buslinie 27 ab Stadttheater in Herderns Ortskern oder mit der Waldkircher Linie der Breisgau-S-Bahn bis zum Haltepunkt Herdern ganz am Westrand des Stadtteils).
Autor: sze
Autor: Sonja Zellmann
