Höllentalbahn

Littenweilers Bahnhof hat jetzt ein zweites Gleis

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Do, 25. Oktober 2018 um 12:14 Uhr

Freiburg

Seit Februar sind keine Züge mehr auf der Höllentalbahn unterwegs, weil die Strecke modernisiert worden ist. Ab 1. November ist im Bahnhof Littenweiler Begegnungsverkehr möglich.

Von Himmelreich bis Seebrugg dauern die Arbeiten einen Monat länger als geplant, im westlichen Streckenabschnitt zwischen Freiburg und Himmelreich wird der Betrieb am 1. November wieder aufgenommen. Das zweite Gleis am Bahnhof in Littenweiler ist zwar fertig, wird aber nicht sofort voll eingesetzt. Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember wird nur der Zug um 7.21 Uhr von diesem Gleis abfahren, ansonsten steigen die Fahrgäste für Züge in beide Richtungen von der – südlichen – Bahnhofsseite ein. Die große Umstellung kommt im Dezember 2019. Dann gelten veränderte Taktzeiten, für die das neue zweite Gleis notwendig ist.

Zum nördlichen Bahnsteig führt ein neuer Fußweg, der vom Bahnübergang an der Lindenmattenstraße abzweigt.

Littenweiler ist durch das zweite Gleis zu einem sogenannten Kreuzungsbahnhof geworden. Auf der ansonsten eingleisigen Strecke werden die Züge in Littenweiler künftig aneinander vorbeifahren können. Nötig ist dies, weil sich mittelfristig die Taktzeiten erhöhen sollen. Zwischen Freiburg und Neustadt wird dann von Montag bis Samstag jede halbe Stunde ein Zug fahren. Zu Stoßzeiten soll zwischen Freiburg und Kirchzarten ein Verstärkerzug eingesetzt werden. Am Sonntag, wenn viele Ausflügler in den Hochschwarzwald unterwegs sind, wird alle 20 Minuten ein Zug fahren. Zudem soll es längere Fahrzeuge geben, die bisherigen Doppelstockzüge werden ausgemustert.

Der neue Bahnsteig am zweiten Gleis wurde barrierefrei gebaut, der bisherige Bahnsteig entsprechend umgebaut. Außerdem gibt es dort neue Wartehäuschen für die Fahrgäste.

Während der Umbauphase war in Littenweiler der Bahnübergang an der Lindenmattenstraße seit Juni für den Autoverkehr gesperrt (der Übergang an der Ebneter Straße auf der anderen Seite des Bahnhofs ist ein reiner Fuß- und Radweg). Dadurch sei der südliche Bereich des Stadtteils inklusive der Pädagogischen Hochschule etwas abgeschnitten vom Rest gewesen, sagt der Vorsitzende des Bürgervereins Littenweiler, Franz-Jürgen Zeiser – und es habe mehr Verkehr auf den Ausweichrouten gegeben. Der Bus musste ebenfalls umgeleitet werden. Auch bei Spielen des SC Freiburg seien die Wohnstraßen durch die fehlenden Züge zugeparkter gewesen als sonst, berichtet Zeiser: "Deshalb sind wir froh, dass jetzt alles fertig ist."

Beim Vorplatz tut sich immer noch nichts

Eigentlich hatte der Bürgervereinsvorsitzende gehofft, dass in einem Abwasch mit dem Umbau der Gleise auch endlich der Bahnhofsvorplatz umgestaltet und das marode Bahnhofsgebäude saniert wird. "Darauf warten wir seit über zehn Jahren", sagt Zeiser: "Die Situation ist extrem unbefriedigend." Doch nach wie vor gibt es keine Einigung zwischen der Bahn, der Stadtverwaltung und der Bäckerei Heitzmann, wie alle drei Beteiligten auf Anfrage der BZ mitteilen.

Streitpunkt ist ein 1000 Quadratmeter großes Gelände mit Bahnhofsgebäude, Güterhalle und einem Nebenhäuschen, in dem eine Heitzmann-Filiale untergebracht ist. Das Areal benötigt die Stadtverwaltung für die Umgestaltung. Die Bahn hat das Gelände jedoch 2012 der Bäckerei Heitzmann verkauft. Seither wird um eine Lösung gerungen.