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20. Januar 2012
Windkraft wird auch für Kappel Thema
Ortschaftsrat spricht sich einstimmig für Änderung des Flächennutzungsplanes aus.
KAPPEL. Die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende könnte auch Auswirkungen auf das Landschaftsbild rund um Kappel haben. Für Windräder in Frage kommen unter anderem Flächen oberhalb des Kleintales und der Molzhofsiedlung. Weil vor einem Baubeschluss der Flächennutzungsplan geändert werden muss, befasste sich der Ortschaftsrat in seiner jüngsten Sitzung mit den möglichen Standorten. Petra Hublow und Rolf Bertram vom Stadtplanungsamt erläuterten, dass sich der Betrieb leistungsstarker Rotoren nur dann lohne, wenn auf den dafür ins Auge gefassten Flächen Windstärken von mindestens 5,5 Meter pro Sekunde herrschen – was in Kappel der Fall sei. Um Planungsrecht zu erwirken, sei neben der Abstimmung mit benachbarten Kommunen, Behörden und Verbänden auch eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit unabdingbar. In der Aussprache bezweifelte Bernhard Ganter (Freie Wähler), ob die vorhandenen Zufahrten für die Errichtung der Anlagen und deren Betrieb geeignet sind. Seine positive Haltung zur vorgestellten Planung verknüpfte Martin Dold (SPD) mit der Hoffnung, dass man sich bei der Festlegung von Standorten auf "einige wenige Flächen" konzentrieren werde. Nur dadurch sei eine drohende Verspargelung und damit verbundene Verschandelung des Landschaftsbildes zu vermeiden. Ortsvorsteher Hermann Dittmers (CDU) wies darauf hin, dass als Folge des technischen Fortschrittes eine der künftig vorgesehenen Windkraftanlagen genauso viel Ertrag bringen werde, wie die bisher fünf sich auf Gemarkung Freiburg drehenden Rotoren zusammen. Auskunft über Wirtschaftlichkeitsberechnungen forderte Jürgen Dreher (CDU). "Wenn sich nach 20 Jahren herausstellt, dass es sich nicht rechnet, wäre es jammerschade", so Dreher. Letztlich votierte das Gremium einstimmig für die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplanes und eine frühzeitige Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden.
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Auch wenn keine Immobilie in Kappel dafür ins Auge gefasst ist, sprach sich das Gremium einhellig gegen den Verkauf sogenannter städtischer "Streubesitz-Immobilen" im Stadtgebiet aus. Fraktionsübergreifend war man sich einig, dass aufgrund der positiven Entwicklung des städtischen Haushaltes etwaige Verkäufe abzulehnen seien. Für betroffene Mieter würde nach dem Verkauf in der Regel die Miete steigen, so die einhellige Meinung.
Martin Dold (SPD) forderte die Ortsverwaltung auf, sämtliche Hebel in Bewegung zu setzen, damit im Zuge der Neukonzeption des S-Bahn-Schienennetzes ein Haltepunkt "Kappler Tal" berücksichtigt wird. Weil auch eine auf Gemarkung Kirchzarten befindliche Ein- und Ausstiegsmöglichkeit im Bereich Birkenhofsiedlung bisher nicht in den Plänen enthalten ist, regte er an, sich gemeinsam mit der Nachbargemeinde zu engagieren. Wenn die Haltestellen Kappel und Burg-Birkenhof nicht gleich mitgeplant würden, sei eine spätere Realisierung umso unwahrscheinlicher. Er argumentierte, dass ein Haltepunkt am Ausgang des Kappler Tales positive Auswirkungen auf das geplante Baugebiet an der Neuhäuser Straße hätte. Die dort zu erwartenden 200 zusätzlichen Bewohner müssten nur wenige Minuten zurücklegen, um mit einem umweltfreundlichen Verkehrsmittel in die Innenstadt zu gelangen.
Autor: Andreas Peikert
