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03. März 2009

Hildastraße

Tante-Emma-Laden in der Wiehre: Ein ambitioniertes Nischenangebot

In ihren neuen "Tante-Emma-Laden" in der Wiehre will Sabrina Hanak mit 30 Quadratmetern gegen große Geschäfte bestehen.

WIEHRE. Seit wenigen Tagen ist das Einkaufsangebot in der Mittelwiehre reicher geworden: In unmittelbarer Nachbarschaft zu Metzgerei, Reformhaus und Café hat Sabrina Hanak an der Hildastraße ihren Tante-Emma-Laden eröffnet, der auch so heißt. Sie will damit ein Zeichen setzen gegen den (angeblichen) Trend, dass Lebensmittelgeschäfte nur auf großer Fläche funktionieren. Bei ihr geht es – wie bei einigen anderen Neugründungen der vergangenen Jahre – auch wohnzimmerklein.

Nachdem die Bäckerei Scherer an die Ecke zur Talstraße gezogen war, stand das Ladenlokal in der Hildastraße 4 einige Zeit leer. Sabrina Hanak hat die Chance ergriffen und sich auf 30 Quadratmetern Verkaufsfläche selbstständig gemacht.

Die zielstrebige junge Frau hatte schon als Kind am liebsten mit dem Kaufladen gespielt. Nach ihrer Ausbildung beim Handelskonzern Rewe bildete sie sich stetig weiter und arbeitete in zwei Filialen als stellvertretende Marktleiterin. Die 23-Jährige hat somit reichhaltige Erfahrung im Beruf, so dass ihr nach eigenen Angaben auch zwölfstündige Arbeitstage nichts ausmachen. Unterstützt wird sie von ihrer Mutter und deren Freund, welche den Einkauf im Großhandel übernehmen. "Ohne meine Mutter hätte ich das nie geschafft", berichtet die in Breisach geborene Kauffrau. Ob Backwaren, Konserven, Süßigkeiten, Getränke oder auch Milchprodukte: Alles hat seinen Platz in diesem "Tante-Emma-Laden" des 21. Jahrhunderts. Sogar Haushaltsartikel sind zu finden. In einem antiken Bauernschrank präsentiert sie zudem eine Weinauswahl. Und wer im reichhaltigen Sortiment nicht gleich fündig wird, kann sich auch Waren bestellen lassen.

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Dass man mit persönlichem Service durchaus neben den Großen im Einzelhandel bestehen kann, haben die Neugründungen "Hannis Lädele" in der Haslacher Gartenstadt (2004) sowie das "Hirzberg-Lädele" in der Oberau (2006) erfolgreich bewiesen. "Das Persönliche wie Türaufhalten fehlt halt in den großen Ketten", sagt Hanak. Dies sei auch der Grund, warum Senioren der Einkauf im Supermarkt manchmal schwer falle. Sehbehinderungen und körperliche Schwäche machen Selbstbedienung speziell für diese Generation schwierig. Deshalb sind in Hanaks Tante-Emma-Laden auch die Preisschilder extra groß gedruckt, Bücken ist nicht nötig. Auch das Sortiment hat die Ladeninhaberin etwas der älteren Kundschaft angepasst. In der Hildastraße finden sich noch einige Einzelhändler, die regen Kontakt untereinander pflegen und die junge Kauffrau auch schon besucht haben. Sabrina Hanak hat den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt, um eine Versorgungslücke in der Wiehre zu schließen. Ihr herzliches Lachen wird sicher dazu beitragen, dass die Neugründung eine echte Chance hat.

Hanaks Tante-Emma-Laden, Hildastraße 4,  0761 / 5958321. Öffnungszeiten: Montags bis samstags jeweils 12 bis 18 Uhr. Mittwochs geschlossen.

Autor: Carola Schark