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17. Mai 2017

Elektronische Sicherung

Auch Weingartener Rewe verhindert Einkaufswagen-Klau

Alle drei Supermärkte in Weingarten verfügen nun über eine Wegfahrsperre für Einkaufswagen. Als letzter zog der Rewe in Weingarten-West nach.

  1. Sylvia Freudling demonstriert, wie die Einkaufswagensperre funktioniert: ab einer bestimmten Stelle blockieren die Räder. Foto: Rita Eggstein

WEINGARTEN. So sieht ein erfolgreicher Abschluss einer jahrelangen Kampagne engagierter Bürger aus: Nach Aldi und Edeka im Einkaufszentrum Weingarten (EKZ) ist auch der Rewe-Markt an der Bugginger Straße mit einer elektronischen Sperre für Einkaufswagen ausgestattet worden. Damit dürfte die Ära vagabundierender Einkaufswagen im Stadtteil endgültig beendet sein.

Die Zeiten, in denen sich manche Weingartener ihre Einkäufe im Einkaufswagen buchtäblich bis vor die eigene Wohnungstür schoben, sind endgültig vorbei. Auch im Rewe-Markt führt nun kein Weg mehr daran vorbei, das Gekaufte in Tüten oder Taschen zu verpacken und den Wagen zurückzulassen. Denn unter dem Else-Liefmann-Platz beim Rewe-Markt verlegte millimeterdünne Induktionsschleifen funken nun einen Sperrmechanismus an den Wagen an: Wenn diesen jemand über die Induktionsschleifen schieben will, blockieren die Räder. "Die Infoschilder braucht es kaum noch", sagt die seit Jahren im Projekt engagierte Bürgerin Sylvia Freudling: "Schon nach wenigen Tagen haben die Weingartener das neue System akzeptiert." "Man findet keine herumstehenden, zugemüllten Wagen mehr im Viertel", freut sich eine Kundin: "Früher lagen sie überall herum, sogar im Bach."

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Die positive Resonanz bestätigt auch Sabine Stachorski, Pressereferentin von Rewe-Südwest, der für den Einbau der Schleifen und den Kauf neuer Wagen einen fünfstelligen Betrag investiert hat. "Zur endgültigen Einigung hat auch Sylvia Freudlings Beharrlichkeit beigetragen", ist sich Stachorski sicher. Wie im EKZ glich die von Rewe von Anfang an favorisierte Einführung des Systems einer Stop-and-Go-Aktion. Die Stopps kamen von der Stadtverwaltung, konkret dem Garten- und Tiefbauamt (GuT), das in Sorge um den städtischen Platz vor dem Markt die Installation zunächst abblockte und von Rewe teure Haftungszusagen wegen der Veränderungen in der Pflasterung verlangte. Erst durch eine Fugenlösung, die die von der Stadt verlegten Platten nur minimal miteinbeziehe, sei die Einigung ohne teure Haftung möglich geworden, lässt die Pressereferentin von Rewe wissen. "Für das GuT bestand demnach keine Einschränkung mehr", bestätigt auch Edith Lamersdorf, Leiterin des städtischen Pressereferats. "Wir sind froh, dass alles eingetütet ist", sagt Sylvia Freudling. Vor zwei Jahren habe es so ausgesehen, als ob gar nichts mehr ginge. Sie habe sich gefreut, dass sie auch Unterstützung aus dem Rathaus erfahren habe: "Ich habe es nicht allein geschafft."

Weingarten sei ein Stadtteil mit einigen Problemen: "Mit der Einkaufswagensicherung ist ein wichtiger Schritt in eine gute Richtung getan."

Chronik der Sicherung für Einkaufswagen

August 2013: Zum ersten Mal wird im Einkaufszentrum (EKZ) in Weingarten-Ost die Idee einer Einkaufswagensicherung vorgestellt.
Dezember 2013: Die Märkte Edeka und Aldi im EKZ und später Rewe (in Weingarten-West) wollen die Sicherung umsetzen.
Februar 2014: Die Einführung gerät ins Stocken, da die EKZ-Verwaltung zunächst ihre Beteiligung absagt.
August 2014: die Installation scheitert im nächsten Anlauf an juristischen Detailfragen zwischen Märkten und EKZ-Eigentümern.
Dezember 2014: Eine Gruppe engagierter Bürger startet eine Protestdemonstration.
März 2015: Im EKZ werden endlich die Induktionsschleifen gelegt, das System geht in Betrieb.
Mai 2017: Alle Märkte in Weingarten, auch Rewe, verfügen jetzt über das gleiche System.  

Autor: itz

Autor: Eva Opitz