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15. März 2016

Haslach

Turnier in Tischtennis, Billard und Tischkicker

Am Samstag trafen sich Jugendliche aus der ganzen Stadt im Haslacher Kinder- und Jugendtreff zu den "Three4five"-Turnieren.

  1. Volle Konzentration beim Tischkicker-Spiel der Teams „Highville“ (= Hochdorf) gegen „Sintos-Locos“ Foto: Thomas Kunz

  2. Tischtennis war die dritte Disziplin. Foto: Thomas Kunz

  3. Dano Reinhardt am Billardtisch Foto: Thomas Kunz

HASLACH. Es ist inzwischen eine feste Tradition: Einmal im Jahr treffen sich Kinder und Jugendliche aus den Freiburger Jugendzentren und treten in Fünferteams gegeneinander an – in Tischtennis, Billard und Tischkicker. Aus den "Three4five"-Turnieren (drei Disziplinen für Fünferteams) können dabei auch mal "Three4four"- Turniere werden, wie am Samstagnachmittag im Kinder- und Jugendtreff Haslach: Da wurden, weil es zu wenige jugendliche Teilnehmer gab, Viererteams gebildet.

Los geht’s mit großem Händeschütteln: Alle geben sich kurz die Hand, dann starten sie am Tischkicker – und Sammy Woldu schaut genau zu. Er ist hier Schiedsrichter und ansonsten Sozialarbeiter im Kinder- und Jugendtreff Rieselfeld. Gusto (15) und Tscherglo (14) vertreten die "Sintos-Locos" vom Kinder- und Jugendzentrum Weingarten, ihre Gegner sind Mohammed und Daniel (beide 18) vom Team "Highville" aus Hochdorf.

Es geht ruhig zu: Daniel schiebt mit seinen weißen Spielern den Ball langsam Richtung Tor, zielt irgendwann vorsichtig, doch Gusto bremst ihn immer wieder aus. Irgendwann klappt’s dann doch: "1:0 für Highville", vermeldet Sammy Woldu, und kurz danach folgt schon das zweite Tor. Am Kickertisch nebenan steht es gerade 4:1 für "Die Lümmel" aus Zähringen gegen "Die Reinhardts" aus Weingarten. Rinaldo (18) gehört auch zu den "Reinhardts", doch momentan ist er nicht im Einsatz.

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Er lehnt mit seiner Freundin Janice (15) an der Wand und schaut zu. Janice ist an diesem Nachmittag die einzige Besucherin im Kinder- und Jugendtreff Haslach, alle anderen sind Jungs. Eigentlich seien zwei Mädchen angemeldet gewesen, erzählt der Sozialarbeiter Lennart van Wanum: "Aber die kamen nicht." Jetzt am Nachmittag ist mit sechs Viererteams weniger los als vormittags bei den Jüngeren: Bei den Kindern unter 13 Jahren waren acht Teams mit jeweils fünf Leuten angetreten.

Die "Three4five"-Turniere finden jedes Jahr in einem anderen Jugendzentrum statt. Ziel ist, dass die Jugendlichen die Zentren der anderen Stadtteile und auch die anderen Jugendlichen kennenlernen. Allerdings kämen wegen der dafür nötigen Ausstattung, die unter anderem große Räume voraussetzt, letztlich nur ein paar Einrichtungen in Frage, sagt Lennart van Wanum. Haslach sei sehr gut geeignet: "Hier gibt’s genug Platz und vier Tischtennisplatten, zwei Tischkicker und zwei Billardtische – auch wenn der eine sonst nur in der Garage steht." Darum ist das letzte Haslacher Turnier auch noch nicht lange her: Es fand 2013 statt.

Auf dem Sofa warten Kevin (13), Manuel (15), Abdulmalek (14) und Bakr (17) auf ihren Einsatz. Die vier kommen vom "Juks" im Stadtteil Vauban. Besonders spannend ist, dass Bakr und Abdulmalek noch fast kein Deutsch sprechen, weil sie erst vor wenigen Wochen mit ihren Familien nach Deutschland kamen. Abdulmalek stammt aus Syrien, Bakr aus dem Irak, beide leben in Flüchtlingsunterkünften – Bakr in der Wiesentalstraße, Abdulmalek in der Lörracher Straße. Ins "Juks" kämen inzwischen sehr viele Jugendliche aus geflüchteten Familien, erzählt der Sozialarbeiter Philipp Delfosse.

Auch ohne Deutschkenntnisse mühelos im Kontakt

Das Turnier ist ein idealer Anlass, auch ohne viel Deutsch-Kenntnis mit anderen in Kontakt zu kommen. Bakr und Abdulmalek seien vor allem im Billard und Tischtennis sehr gut, sagt Philipp Delfosse. Als Bakr später im Keller an der Tischtennisplatte steht, verliert er zwar – aber die Jungs nehmen alles sportlich, gelassen und gutgelaunt.

Am Samstagabend stehen die Sieger fest: Vormittags bei den Jüngeren gewannen das "Dream Team" vom "Haus der Begegnung" im Stadtteil Landwasser, gefolgt von den "JBB Allstars" vom Jugendtreff Brühl-Beurbarung und der Mannschaft "Holymoly" aus dem Jatz Zähringen. Bei den Älteren lagen "Die Reinhardts" aus Weingarten vorn, danach kamen das Team "Highville" aus Hochdorf und "Die Lümmel" aus Zähringen.

Autor: Anja Bochtler