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22. August 2015

Kleine Gärten als Willkommenszeichen

Ein Urban-Gardening-Projekt bringt Flüchtlinge in Bewegung und in Kontakt mit Anwohnern.

WEINGARTEN/RIESELFELD. "Ich wollte einfach etwas dafür tun, dass diese Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, hier auch eine schöne Erfahrung machen können und sich angenommen fühlen", sagt Bernhard Setzer. Der Unternehmer lebt im Rieselfeld und engagiert sich bei der dort entstandenen Dietenbacher Flüchtlingsinitiative (Diefi), früher Arbeitskreis Flüchtlinge. In Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Weingarten hat er das Projekt "Genussgarten" auf den Weg gebracht – in Absprache mit und zur Unterstützung von Tinna Leutert, der dort tätigen Sozialarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes.

In den vergangenen zwei bis drei Wochen haben Familien aus der Flüchtlingsunterkunft im Dietenbachpark, wo rund 60 Menschen leben, neben den Wohncontainern elf Gartenparzellen mit je zwei Quadratmetern Fläche angelegt. Sie haben dort Salat, Paprika, Kohl, Bohnen und andere Gemüsesorten angepflanzt. "Das hat allen Spaß gemacht. Langsam gewöhnen sie sich an diese Umgebung", sagt Bernhard Setzer. Bald werde man in den Gartenparzellen auch schon ernten können.

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Positiver Nebeneffekt: Durch die Arbeit sind sich viele Menschen näher gekommen – Flüchtlinge und Eingesessene. "Das wäre alles nicht möglich gewesen: ohne die Mithilfe der Stadt, die uns die Fläche zur Verfügung gestellt hat und auch Material, sowie diverse Spender, die uns Erde, Humus, Hänger, Pflanzen, Leihwagen kostenfrei oder zu Freundschaftspreisen überlassen haben", so der Initiator. Er habe erst vier Wochen lang unter den Flüchtlingen vorgefühlt und sie kennengelernt. "Das war wegen der Sprachbarriere nicht leicht", berichtet Setzer. Dann hätten die Menschen für die Idee Feuer gefangen und die Sache selbst in die Hand genommen. "Jetzt müssen wir sehen, wie das Projekt weiterläuft – es gibt ja doch eine große Fluktuation dort."

Autor: hos