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18. Mai 2017

Kunstbetrieb nach Stundenplan

MENSCHEN VON NEBENAN: Viktor Knack (64), der einst in Russland geboren wurde, betreibt eine Kunstschule an zwei Standorten.

  1. Viktor Knack in seiner Kunstschule Foto: Rita Eggstein

HASLACH. Es ist ein ruhiger Vormittag – Viktor Knack genießt den Kaffee im hellen Atelierraum seiner "Freiburger Kunstschule" im Kulturpark an der Haslacher Straße. Dutzende Staffeleien lehnen an der Wand, die hohen Regale sind beladen mit Tonfiguren, Keramiken, architektonischen Modellen und nachempfundenen Fragmenten großer Meisterwerke wie Michelangelos David. Hier unterrichtet der 64-Jährige: Seit 2005 entstehen hier die Arbeiten seiner Schüler, aber auch viele seiner eigenen Werke. Der Künstler lebt seit 1997 mit Frau und Tochter in Freiburg.

Insgesamt rund 40 kunstinteressierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene besuchen die "Freiburger Kunstschule Viktor Knack" in Freiburg und ihre Filiale in Lahr, entspannte Vormittage wie dieser sind eher selten für den Künstler. Zeitmanagement ist alles, wenn es darum geht, mehrere Gruppen in zwei Städten zu koordinieren und zu betreuen und dabei noch die Zeit für das eigene Schaffen im Blick zu behalten. "Am Mittwoch und Donnerstag unterrichte ich von 9 bis etwa 21 Uhr abends, mit kleinen Pausen dazwischen", beschreibt der in Russland geborene Knack seinen Alltag, "dienstags und samstags bin ich in Lahr." Bis zur Gründung seiner Kunstschule war er als selbstständiger Kunstlehrer, Bildhauer und Steinmetz tätig und dozierte zuletzt an den Kunstschulen in München und Stuttgart.

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Erst als Bildhauer aktiv, dann auch als Maler

Bereits vor seiner Ausreise nach Deutschland im Jahr 1991 konnte Knack auf eine langjährige pädagogische Karriere zurückblicken. Diese begann 1974, nachdem er sein Kunststudium an der Pädagogischen Universität im damaligen Alma-Ata (der heutige Stadt Almaty in Kasachstan) absolvierte und später sieben Jahre lang die staatliche Kunstschule in derselben Stadt leitete. "Das Unterrichten ist ein unabdingbarer Teil meines Lebens", erzählt Knack, "es gibt mir ein schönes Gefühl, wenn meine Schüler meinen Stil und meine Malweise erlernen möchten. Ich unterstütze sie jedoch auch, wenn sie andere Richtungen und Techniken für sich entdecken." Das eigene Werk des Künstlers ist sehr vielfältig. Viktor Knacks ursprüngliche Leidenschaft galt der Bildhauerei, doch dann entdeckte er auch die Malerei für sich und ist ihr bis heute treu geblieben. So experimentiert er in unterschiedlichen künstlerischen Richtungen. Seine Landschaftsbilder scheinen hier und da von Cézanne, van Gogh und den französischen Impressionisten angehaucht zu sein, menschliche Akte zeigen eigenwillige Interpretationen des Kubismus und der Malerei Gauguins. Am liebsten malt Viktor Knack jedoch in der Natur. "Manchmal suche ich stundenlang vergeblich nach Motiven, denn nichts geht über eine bereits von der Natur erschaffene, nicht von Menschenhand konstruierte Komposition", erklärt er seinen künstlerischen Ansatz. Die im Freien entstandenen Entwürfe werden im Atelier weiter entwickelt und koloristisch gestaltet. "Die Natur ist eine der größten Inspirationen für mich", so der Künstler, "und auch wenn ich die Aufgabe eines Malers nicht darin sehe, die Natur eins zu eins wiederzugeben, muss ich sie bei der Arbeit sehen, fühlen und hören, um atmosphärisch darin eingebunden zu sein." Knacks Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen sowohl in Russland und Kasachstan als auch deutschlandweit – darunter in München, Stuttgart und Wiesbaden – ausgestellt. Besonders produktiv war das Jahr 1999 für den Künstler – damals folgte auf eine Einzelausstellung in Freiburg eine weitere in Ankara mit anschließender internationaler Ausstellung "Master Klass" in Kasachstan.

Werke Viktor Knacks sind noch bis Samstag, 20. Mai, in der "Fritz’ Galerie", Bahnweg 4 in Haslach zu sehen. Öffnungszeiten sind am Donnerstag und Samstag jeweils zwischen 17 und 20 Uhr. Eintritt frei. Mehr Infos zur "Freiburger Kunstschule Viktor Knack"
auf: http://www.freiburger-kunstschule.de

Autor: Xenia Hübner